Bayern-Gala geht weiter - Hertha chancenlos

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Arjen Robben, dreifacher Torschütze gegen Hertha, zeigt an, wo der FC Bayern am Saisonende stehen will - ganz oben.

Berlin - Der FC Bayern ist gerade nicht zu stoppen: Die Münchner knüpfen nahtlos an ihre Galavorstellung gegen Basel an und schießen Hertha BSC Berlin aus dem eigenen Stadion.

Torgala Teil drei: Nach dem dritten Schützenfest innerhalb einer Woche bleibt Fußball-Rekordmeister Bayern München Titelverteidiger Borussia Dortmund dicht auf den Fersen und hat die Talfahrt von Hertha BSC weiter beschleunigt. Vier Tage nach dem Einzug ins Viertelfinale der Champions League durch das 7:0 gegen den FC Basel setzte sich die Mannschaft von Trainer Jupp Heynckes erneut fast mühelos mit 6:0 (3:0) in Berlin durch.

Während die Münchner nach dem ersten Auswärtssieg des Jahres als Tabellenzweiter noch immer fünf Zähler Rückstand auf den BVB haben, rutschten die Berliner von Trainer Otto Rehhagel erstmals in dieser Saison auf einen Abstiegsplatz ab. Für den Altmeister war es mit der Hertha, die das schlechteste Team der Rückrunde bleibt, bereits die dritte Niederlage im vierten Spiel.

„Wir hatten vor der Halbzeit eine Phase, wo wir die Konzentration verloren haben. Wir wollten dann rausgehen und nachlegen. Das ist uns perfekt gelungen“, sagte Bayern-Kapitän Philipp Lahm.

Thomas Müller (9.) und Arjen Robben mit einem Doppelpack (12., 19./Foulelfmeter) hatten für die in allen Belangen überlegenen Gäste bereits in der Anfangsphase für klare Verhältnisse gesorgt. Mario Gomez (49./Foulelfmeter), Toni Kroos (51.) und erneut Robben (67./Foulelfmeter) erhöhten nach der Pause und sorgten für eine gelungene Generalprobe für das DFB-Pokalhalbfinale am Mittwoch bei Borussia Mönchengladbach.

Vor 74.244 Zuschauern im ausverkauften Berliner Olympiastadion dauerte es nur wenige Minuten, um die völlig überforderten Gastgeber zu demoralisieren. Erst traf Müller nach Vorarbeit von Franck Ribery, kurz darauf legte Robben nach Pass von Müller zum 2: 0 nach. Als dann Müller auch noch von Christoph Janker und Christian Lell im Strafraum zu Fall gebracht wurde, verwandelte wieder Robben den fälligen Elfmeter. Kurz danach hatten Toni Kroos und Ribery sogar Zeit, Schnick-Schnack-Schnuck um die Ausführung eines Freistoßes zu spielen.

Es war sinnbildlich für die Leichtigkeit, mit der die Bayern im 600. Bundesligaspiel von Heynckes die ersten 45 Minuten dominierten. Erinnerungen an die letzten beiden Begegnungen, als die Bayern jeweils sieben Tore erzielt hatten, wurden schnell wach - und es hätte zur Pause sogar durchaus noch deutlicher stehen können.

Im eigenen Stadion wirkten Herthas Abwehrspieler wie Statisten und leisteten kaum Gegenwehr, die Offensivbemühungen der Rehhagel-Elf scheiterten meist schon in den Ansätzen. Fast mühelos hielten hingegen die Bayern den Ball in ihren Reihen und spielten mutig und souverän nach vorn. Nach 30 Minuten hatten die Gäste 74 Prozent Ballbesitz. Anschließend schalteten sie einen Gang zurück. Toni Kroos musste nach einem Kopfball von Adrian Ramos einmal auf der Linie retten (38.).

Nach dem Seitenwechsel erhöhten die Bayern kurz die Schlagzahl und wurden prompt mit zwei weiteren Toren belohnt. Bundesliga-Toptorjäger Gomez verwandelte den zweiten Elfmeter nach einem Foul von Fanol Perdedaj an Ribery, bevor Kroos einen Nachschuss im Tor vom erst zur Pause eingewechselten Sascha Burchert versenkte. Zuvor war Herthas Nummer eins, Thomas Kraft, mit Oberschenkelproblemen ausgewechselt worden.

Münchens Trainer Heynckes hatte die Reise in die Hauptstadt wegen einer fiebrigen Grippe erst am Spieltag angetreten und war nicht schon am Freitag mit der Mannschaft gereist. Ganz verzichten mussten die Bayern auf Nationalspieler Bastian Schweinsteiger (Reizung am Fuß).

Bestnoten verdienten sich bei den Münchnern Robben, Ribery und Müller, während bei der Hertha kein Spieler seine Normalform erreichte.

sid

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