Nach Sieg über Freiburg

Ribéry warnt bereits vor Barca-Rückspiel

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Zunächst auf der Bank, dann doch noch auf dem Platz: Franck Ribéry beim Spiel gegen Freiburg.

München - Bayern hat mit einer B-Elf diesmal wenig Glanz verbreitet. Doch der magere Sieg gegen Freiburg wurde vor dem Halbfinal-Rückspiel in der Champions League beim FC Barcelona schnell nur Nebensache.

Steuer-Affären, Transfer-Gerüchte und der FC Barcelona: Unbeeindruckt von allen Nebengeräuschen setzte Bayern München mit einer B-Elf seine Rekordjagd in der Bundesliga fort, auch wenn beim 1:0 (1:0) gegen den SC Freiburg der große Glanz der vergangenen Wochen fehlte. Doch der 14. Sieg in Serie und inzwischen überragende 84 Punkte gerieten beim deutschen Fußball-Meister ohnehin ganz schnell zur Nebensache.

Umgehend stand das Halbfinal-Rückspiel in der Champions League am Mittwoch (20.45 Uhr/Sky und ZDF) im Camp Nou in Barcelona im Mittelpunkt. Über den Fall von Präsident Uli Hoeneß, der sich zu verschärfen scheint, oder über angeblich vom Vorstandsvorsitzenden Karl-Heinz Rummenigge nicht versteuerte Luxus-Uhren wollten die Bayern deshalb ebenso wenig reden wie über die anhaltenden Spekulationen um Dortmunds Robert Lewandowski. Auch Hoeneß selbst äußerste sich nicht, nachdem er zuvor der Mannschaft eine gute halbe Stunde in der Kabine einen Besuch abgestattet hatte.

Dabei könnte er die Stars schon einmal auf Lionel Messi und Co. eingeschworen haben, wie dies auch Matthias Sammer tat. „Der Fokus in Barcelona sollte auf der Leistung und nicht auf dem Ergebnis liegen. Wir müssen gegen den Ball genauso spielen wie im Hinspiel und unsere Kreativität ausspielen. Wenn wir es nicht so machen, könnte es gefährlich werden“, meinte der Sport-Vorstand.

Auch Superstar Franck Ribery warnte trotz des beeindruckenden 4: 0-Vorsprungs vor Übermut: „Wir sind noch nicht fertig. In Nou Camp ist es sehr schwierig. Wir müssen so spielen wie im Hinspiel.“ Die Saison sei „ein Marathonwettbewerb“, ergänzte Sammer: „In der Meisterschaft sind wir schon durch, in der Champions League liegen wir gut im Rennen, sind aber noch nicht im Ziel.“

Dass die Münchner von den vielen Störgeräuschen aus dem Tritt gebracht werden, glaubt Trainer Jupp Heynckes nicht, wie er bereits vor dem Freiburg-Spiel versichert hatte: „Der FC Bayern ist ein Klub, bei dem immer wieder alle möglichen Themen auftauchen. Die Spieler nehmen das sachlich und nüchtern wahr. Wir wissen damit umzugehen und lassen uns davon nicht beeindrucken.“

Auch am Samstag war dies nicht der Fall, obwohl Heynckes die Barcelona-Elf vom Dienstag gleich auf zehn Positionen verändert hatte. Zwar gab es diesmal keine Gala, zum Sieg reichte es trotzdem. „Das ist sehr wichtig für den Kopf, für unseren Rhythmus und für die Stimmung“, meinte Sammer und sprach nach einem Treffer von Emre Can (35.) von einem „Arbeitssieg mit Licht und Schatten“.

Besonders gut gefiel ihm der neue Punkterekord, den die Münchner mit 84 Zählern nun alleine innehaben: „Das ist sehr viel wert, das ist wunderbar. Ich freue mich riesig darüber.“ Auch Heynckes war stolz. Die durchwachsene Leistung wollte er deshalb nicht überbewerten: „Wir haben sehr clever, sehr professionell gespielt.“

Freiburg war trotz des Rückschlags im Kampf um die Europacupplätze schon froh, „dass wir hier bestehen konnten. Viele Mannscaften haben hier höher verloren. Gegen Barcelona waren mehr Briketts auf dem Feuer“, meinte Präsident Fritz Keller. In den verbleibenden drei Spielen werde der SC nun „alles geben, um so viel wie möglich zu erreichen. Die Spieler und der Verein wollen die Europa League, das wäre nett.“

Trainer Christian Streich, von Heynckes erneut in höchsten Tönen gelobt, sprach von einem „verdienten Sieg“ der Münchner, „auch wenn man natürlich mehr will, wenn es so knapp ist.“ Doch mehr lassen die Bayern im Moment eben nicht zu, weshalb Streich anerkennend feststellte: „Wie diese Mannschaft alle drei, vier Tage auftritt, mit welcher Mentalität und mit welcher Leidenschaft, ist großartig." Affären hin oder her.

Von Thomas Niklaus und Marco Mader, sid

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