Bayer sucht noch nach Brustbeflockung

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Auch auf den Trainingsjacken der Bayer-Spieler (hier Michael Ballack, r., mit Trainer Robin Dutt) prangt in großen Lettern "Werkself".

Köln - Bayern München bleibt mit der Deutschen Telekom der Krösus bei der Trikotwerbung. Aber ausgerechnet Vizemeister Bayer Leverkusen hat große Probleme. Die Werkself hat im Augenblick noch eine blanke Brust.

„Werkself“ prangt auf der Brust von Michael Ballack. Der ehemalige Kapitän der deutschen Fußball-Nationalmannschaft ist nicht der Einzige beim Vizemeister Bayer Leverkusen, der sich an die neue Aufschrift gewöhnen muss. Denn rund zweieinhalb Wochen vor dem Saisonstart ist Bayer ohne Trikotsponsor, nachdem der noch gültige Zweijahresvertrag mit dem Stromanbieter Teldafax Anfang Juni aufgelöst wurde. Wenig später musste das Unternehmen aus Troisdorf Insolvenz anmelden.

13 Millionen Euro hätte Bayer in den kommenden zwei Spielzeiten vom bisherigen Partner kassiert, über dessen Zahlungsfähigkeit allerdings schon in den letzten Monaten heftig diskutiert worden war. Gerade noch rechtzeitig zog Wolfgang Holzhäuser als Sprecher der Bayer-Geschäftsführung die Reißleine.

Bei der Suche nach einem Trikotwerbepartner gehen die Leverkusener nun ganz neue Wege und wollen aus der Not eine Tugend machen - im Augenblick allerdings noch nicht mit durchschlagendem Erfolg. „Wir bieten zum ersten Mal Leistungspakete an. Die drei unterschiedlichen Pakete bieten den interessierten Unternehmen Gestaltungsmöglichkeiten ihres Engagements“, sagte Holzhäuser. Es wird sogar eine Trennung zwischen Trikotwerbung in der Bundesliga bzw. im Europacup angeboten.

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Es gibt ein Rundum-Sorglos-Paket A mit Haupt- und Trikotsponsoring für Bundesliga, Champions League bzw. Europa League, DFB-Pokal und alle Testspiele. Paket B gilt für Haupt- und Trikotsponsoring für die Bundesliga und alle Testspiele, Paket C für Trikotsponsoring im Europacup und im DFB-Pokal einschließlich der Bandenwerbung bei Bundesliga-Heimspielen.

„Wir sind davon überzeugt, dass dieser innovative Ansatz das eine oder andere Unternehmen zusätzlich motivieren wird, sich die Unterlagen auch einmal mit einem anderen Blickwinkel anzuschauen“, betonte Holzhäuser. Allerdings scheint die Sponsorensuche doch schwieriger als gedacht. Inzwischen hieß es, notfalls werde Bayer zunächst einmal mit blanker Brust in die Saison gehen. Schließlich will sich der Klub als Teilnehmer an der lukrativen Champions League nicht unter Wert verkaufen.

Davon kann beim Rekordmeister Bayern München ohnehin keine Rede sein. Bis zu 25 Millionen Euro kassiert das Bundesliga-Aushängeschild von der Deutschen Telekom ist damit auch in dieser Rangliste die Nummer eins im deutschen Klubfußball. Der andere Werksklub VfL Wolfsburg kommt mit geschätzten Zuwendungen von bis zu 20 Millionen Euro von Volkswagen den Bayern noch am nächsten. Allerdings hat Ex-Meister-Trainer Felix Magath auch sehr ehrgeizige Ziele in der VW-Stadt und braucht entsprechende Mittel, um den Umbau seines Kaders vornehmen zu können.

Pokalsieger Schalke 04 (Gazprom) und der deutsche Meister Borussia Dortmund (Evonik/jeweils bis zu 15 Millionen Euro) sind ebenfalls finanziell gut dabei, wenn es um die Trikotwerbung geht.

Einen Wechsel des Trikotsponsors gab es 1899 Hoffenheim. Suntech statt TV Digital heißt es bei den Kraichgauern. „Wir freuen uns, dass wir mit Suntech einen Partner gefunden haben, der Verantwortung für Umwelt und Gesellschaft übernimmt und in der Photovoltaik zukunftsweisende nachhaltige Konzepte entwickelt. Wir werden daher hier in Hoffenheim und in der Metropolregion gemeinsam mit Suntech innovative Solar-Projekte umsetzen“, sagte Hoffenheims Mäzen Dietmar Hopp.

sid

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