Bayer im Stress: Erst BVB - dann Barca

Dortmund - Das Westderby birgt Brisanz: Für Meister Borussia Dortmund geht es um die Fortsetzung der Erfolgsserie und Verteidigung der Tabellenführung, für „Vize“ Bayer Leverkusen um den Anschuss an die Champions-League-Plätze.

Meister Borussia Dortmund vor der Brust und Lionel Messi im Kopf: Innerhalb von vier Tagen kann Vizemeister Bayer Leverkusen in der Fußball-Bundesliga und im Viertelfinal-Hinspiel der Champions League gegen Titelverteidiger FC Barcelona viel gewinnen, aber auch schon alles verlieren. Allein neun Punkte beträgt der Abstand der Rheinländer vor dem Liga-Spitzenspiel am Samstag (15.30 Uhr/Sky und Liga total!) in Dortmund zu den ersten vier Plätzen, die zum Start in der lukrativen Königsklasse berechtigen.

„Man muss sich nur die Tabellen anschauen, wir müssen endlich eine Serie starten, um den Anschluss zu halten“, sagte Bayer-Torjäger Stefan Kießling. Trainer Robin Dutt versucht derweil, Barcelona (Dienstag, 20.45 Uhr/Sky) - zumindest bis Samstag 17.15 Uhr - aus dem Wortschatz zu streichen. „Wir konzentrieren uns nur auf Dortmund“, sagte der Bayer-Trainer.

Der BVB, so Dutt, spiele den derzeit besten und erfolgreichsten Fußball in Deutschland und man wolle mit den eigenen Stärken punkten. „In den letzten zehn Spielen hat nur eine Mannschaft gegen uns gewonnen - und das war Nürnberg“, erklärte Dutt und redete seine Mannschaft stark. An zwei mögliche Niederlagen gegen den BVB sowie Barca und die drohende Unruhe um seine Person wollte Dutt nicht denken. Kießling hingegen hatte die Erklärung für den fehlenden Siege und Punkte parat: „Fußballerisch hinken wir in dieser Saison hinterher.“

Bei den Borussen läuft es hingegen derzeit wie geschmiert. Drei Spiele, drei Siege und Einzug ins Pokal-Halbfinales - so die Bilanz der Mannschaft von Trainer Jürgen Klopp in der Rückrunde. Der BVB will zudem seine Serie von 14 Spielen ohne Niederlage (36 Punkte) ausbauen und Verfolger Bayern München auf Distanz halten.

„Wir spielen gegen einen unfassbar starken Gegner“, warnte Klopp voller Respekt. Immerhin ist Bayer seit sechs Auswärtsspielen unbesiegt und entschied drei der letzten sechs Auftritte in Dortmund für sich. Von den letzten neun Duellen gewann Bayer jedoch nur eines, mit 2:0 am 11. August 2010 beim Start ins Dortmunder Meisterjahr. Danach blieb der BVB bis zur Herbstmeisterschaft 15 Runden ungeschlagen.

Die Bilanz gegen die Werkself spiegelt jedoch auch die Entwicklung der Schwarz-Gelben in den vergangenen drei Jahren wider. „Sie haben uns eine große Konstanz voraus, da greifen viele Automatismen, die Mannschaft ist einfach eingespielt“, so Dutt.

Kollege Klopp ist taktisch gerüstet. Daran ändern auch die verletzungsbedingten Ausfälle von Sven Bender (Sprunggelenk) und Mario Götze (Schambeinentzündung) nichts. Für Bender sprang der 19 Jahre alte Moritz Leitner schon im Pokalspiel bei Holstein Kiel (4:0) in die Bresche und verdiente sich Bestnoten. Die gute Bank ist derzeit Klopps größtes Pfund. Nicht ausgeschlossen, dass Joker Ivan Perisic für Dauerläufer Kevin Großkreutz im Mittelfeld zum Einsatz kommen wird.

Der 5,5 Millionen Euro teure Einkauf vom FC Brügge „sei einfach mal dran“, so Klopp im kicker. „Wenn die Jungs, die sonst draußen sitzen, nicht gut wären, dann hätten wir ein Problem.“ Wie er sich personell auch entscheidet, Klopp kann derzeit nichts falsch machen.

Die Mannschaft ist hochmotiviert und will auch gegen Leverkusen ihren Power-Fußball durchziehen. Da auch Bayer verstärkt nach vorn spielen muss, werden sich für den BVB Räume ergeben. Dazu Dutt: „Wir müssen dafür sorgen, dass der Dortmunder Respekt vor uns begründet ist.“ Fest steht: Auf Bayer wartet eine echte Generalprobe auf das „Spiel des Jahres“ gegen Messi und Co..

sid

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