Basel-Spieler planen schon Trikot-Tausch

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Die Basel-Stars bejubeln ihren Hinspieltreffer

München - Der FC Basel will sich am Dienstag beim FC Bayern nicht verstecken. Mehrere Spieler wissen schon, mit wem sie ihre Trikots tauschen wollen. So würden sie selbst bei einer Schlappe mit einer Trophäe heimfahren.

Der FC Basel träumt vor dem Achtelfinal-Rückspiel in der Champions League am Dienstag (20.45 Uhr/Sky) bei Bayern München von der nächsten großen Sensation. „Das Spiel ist für uns ein Jahrhundertspiel, und wir können eigentlich nur gewinnen“, sagte Kapitän Marco Streller, und Stürmer Alex Frei fügte an: „Das Selbstvertrauen ist in der Schweiz gestiegen. Wir kommen mit einem 1:0-Vorsprung, es ist immer noch alles offen, und das spricht für die Qualität unserer Mannschaft. Aber es bedarf ganz, ganz viel Schwein und eines nächsten Wunders.“

Der souveräne Tabellenführer der Super League sieht sich weiter als krassen Außenseiter. „Wir sind uns bewusst, dass der FC Bayern mit noch mehr Vehemenz kommt als es im Hinspiel der Fall war“, sagte Trainer Heiko Vogel auf der Abschluss-Pressekonferenz: „Es gilt für uns, der Druckwelle standzuhalten und sich nicht zu verstecken. Ich werde meiner Mannschaft nicht sagen, stellt euch hinten rein. Mut ist ein entscheidender Faktor.“ Es gebe „nichts, aber auch gar nichts, wovor ich zittern könnte.“ Schließlich habe seine Elf „genügend Lucky Puncher“.

Luxus pur: Das Trainingszentrum des FC Bayern

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Streller meinte, Basel dürfe träumen, müsse aber „realistisch und demütig“ sein. „Wir haben junge Spieler drin, die sich nicht in die Hosen machen vor großen Mannschaften. Das gibt uns den Glauben, dass wir die Sensation schaffen können“, sagte er. Ähnlich schätzte der frühere Dortmunder Frei die Lage ein. „Ich weiß über die Heimstärke der Bayern und habe das leider am eigenen Leibe schon mit Dortmund gespürt. Wir werden absoluter Außenseiter sein, weil wir ein Verein sind, der nicht unter Realitätsverlust leidet“, sagte er.

Das Trio plauderte entspannt in lockerem Ton - und war auch zu Scherzen aufgelegt. Auf die Frage, ob Basel „rausfliege“, antwortete Vogel: „Ich als Vogel fliege generell - wohin, das schaun mer mal.“ Die beiden Angreifer haben sich außerdem bereits ausgeguckt, mit wem sie ihr Trikot tauschen wollen. Frei hat das von Bayern-Torwart Manuel Neuer im Visier, Streller hat bereit mit seinem Kumpel aus gemeinsamen Stuttgarter Zeiten, Mario Gomez, einen Tausch verabredet. Frei will außerdem „ungefähr sieben Zentimeter weiter unten treffen“ als im Hinspiel, als er den Ball an die Latte setzte.

Vor allem aber will Basel dagegenhalten. „Die Bayern haben jetzt ihre Tore gemacht. Aber am Dienstag ist nicht Hoffenheim da, am Dienstag ist der FC Basel da. Und da gibt es keine Tore für sie“, tönte Granit Xhaka nach dem 2:0 am Wochenende bei Grashopper Zürich. Allzu sehr wollte er den FC Bayern aber nicht provozieren, sicherheitshalber fügte er ein „hoffentlich“ an. Trainer Vogel sprach von einem „Duell David gegen Goliath. Und der Goliath sollte eigentlich weiterkommen. Aber wir sind ein sehr selbstbewusster David.“ Angst jedenfalls habe er nicht, „ich habe nur Höhenangst“.

Das Selbstvertrauen speist sich aus 17 Pflichtspielen ohne Niederlage. Von den vergangenen 27 Begegnungen hat Basel nur ein einziges verloren - vor fast fünf Monaten beim 0:2 gegen Benfica Lissabon in der Königsklasse. „Wir müssen uns nicht verstecken“, sagte Vogel, „wir gehen stressfrei auf den Rasen, egal, wer uns gegenübersteht.“ Als einziges echtes Problem sieht der Pfälzer die „Schweizer Mentalität“, dieses „Wir Schweizer dürfen gar nicht, wir Schweizer müssen devot sein“, wie er es umschrieb. Vogels Abwehrchef Aleksandar Dragovic kennt das nicht, er ist Österreicher. Für den Fall der Sensation im „Spiel unseres Lebens“ hat er schon mal angekündigt, nackt durch Wien zu laufen.

sid

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