2:0 als Pausen-Ziel

Barca gekränkt - Messi soll den Rächer geben

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Lionel Messi ist viermaliger Weltfußballer des Jahres

Barcelona - Die stolzen Katalanen des FC Barcelona fühlen sich in ihrer Würde verletzt. Und kein Geringerer als der viermalige Weltfußballer Lionel Messi soll die hochmütigen Bayern bestrafen.

Bei Barca brodelt's. Erst das 0:4 im Hinspiel, dann die Attacken des „Kaisers“: Die stolzen Katalanen fühlen sich in ihrer Würde verletzt. Und kein Geringerer als der viermalige Weltfußballer Lionel Messi soll die hochmütigen Bayern bestrafen. Mit dem 25-Jährigen an der Spitze bläst Barca vor dem Halbfinal-Rückspiel der Champions League gegen Bayern München am Mittwoch (20.45 Uhr/Sky und ZDF) zur Aufholjagd, zu La Remontada.

Klar, dass das Wort auch am Dienstag nicht auf dem Titel des Barca-Hausblattes "El Mundo Deportivo" fehlte. Dort gab Trainer Tito Vilanova auch die Marschroute für die Begegnung im legendären Camp Nou aus. Ein „2:0 zur Pause“ wünschte er sich - dann sei das von allen beschworene „Wunder“ möglich. Einen Vier-Tore-Rückstand hat zwar noch nie eine Mannschaft in der Champions League wettgemacht - doch wem sonst, wenn nicht Barca mit dem Fußball-Heiligen Messi, soll „el milagro“ gelingen? Messi verspricht: „Wir können es schaffen!“

Die Madrider Sportzeitung Marca schrieb am Dienstag, die Hoffnung auf eine „Remontada“ ruhe „in Messis Schuhen“. Sport aus Barcelona attestierte: „Die einzige Hoffnung ist Messi, es gibt keine andere.“ Der kleine Argentinier, beim 2:2 am vergangenen Samstag bei Athletic Bilbao Torschütze und Vorlagengeber, scheint seine Form rechtzeitig wiedergefunden zu haben - und mit ihm ist die Hoffnung zurück. Die Niedergeschlagenheit, die nach dem desaströsen Auftritt in München herrschte, ist längst Trotz gewichen. Nichts sei unmöglich, betonte Klub-Präsident Sandro Rosell. Außenverteidiger Daniel Alves ergänzte via Twitter: „Unmöglich? Das ist ein Wort für Schwächlinge!“

Schwach - das war Messi in München. Doch in Bilbao hat er „ganz anders gespielt und ein super Tor gemacht. Das war der alte Messi.“ Sagte: Bayern-Coach Jupp Heynckes dem kicker. Vilanovas Assistent Jordi Roura meinte: „Messi ist zurück! Wie man ihn kennt! Er ist eben der Beste der Welt.“ Vollends in Euphorie verfielen die Medien das Landes, als sie Messi am freien Montag auf dem Klubgelände Ciutat Esportiva sichteten. Messi! Trainiert! Dies allein gab den Reportern und damit ganz Katalonien den Glauben an ein Wunder.

Den letzten Funken, der die Trotzreaktion auslösen soll, lieferte Franz Beckenbauer. Seine via Bild verkündete These, Barcelona werde die Bayern „mit allen Tricks“ provozieren, löste eine diplomatische Krise aus. El Mundo Deportivo attestierte „merkelianische Arroganz“. Barcelona spiele fies? Die Bayern hätten doch drei „illegale“ Tore erzielt im Hinspiel. Sport schimpfte auf dem Titel über „schmutziges Spiel“ der Bayern und zeigte ein Bild des Verteidigers Dante, der sich vor dem 1:0 in München gegen Alves aufstützte. Beckenbauer gehe im Stile Jose Mourinhos vor, ätzte das Blatt, seine Worte bewiesen: Die Bayern „haben Angst vor dem Camp Nou. Ihnen zittern die Knie.“

Barca dagegen bangt nicht, Barca hofft. Zwar zerstob die Hoffnung auf eine Genesung von Kapitän Carles Puyol. Doch Messi-Kumpel Javier Mascherano könnte dabei sein. Der im Hinspiel gelbgesperrte Adriano wird auf der linken Abwehrseite den nun aus diesem Grund fehlenden Jordi Alba ersetzen. Mittelfeldmann Sergio Busquets ist angeschlagen (Schambein), dürfte aber spielen. Ersatz wäre Alex Song.

Die Zuschauer wollen indes Revanche und haben eine Choreographie unter diesem Motto vorbereitet. Über die Gegengerade soll das Wort „Orgull“ (katalanisch: Stolz) zu lesen sein, hinter den Toren steht schlicht: Barca.

Auf dem Weg auf den Platz bietet sich für Messi und Co. zudem ein kurzer Stopp in der Stadionkapelle an. Dort wacht die Schutzheilige Kataloniens, im Volksmund La Moreneta (die kleine Braune) genannt. In ihrer Rechten hält sie, klar, einen Ball (die Weltkugel). Messi und Moreneta - was soll da noch schiefgehen?

sid

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