Barca angeschlagen: "Müssen aufstehen!"

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Dani Alves springt über Iker Casillas

München/Barcelona - Mit Sorge blickt der FC Barcelona dem Halbfinal-Rückspiel gegen den FC Chelsea entgegen. Pep Guardiola sagt, dass die Partie über die Zukunft entscheidet.

Ein Champions-League-Finale ohne den Weltfußballer Lionel Messi? Ein Endspiel ohne den FC Barcelona, das unbestritten beste Team der Welt? Undenkbar! Doch beim Halbfinal-Rückspiel in der Königsklasse droht am Dienstag (20.45 Uhr/Sky) genau das: das vorzeitige Aus des Titelverteidigers. „Das ist das wichtigste Spiel der Saison. Ein Spiel, das über unsere Zukunft entscheidet“, betonte Trainer Pep Guardiola bei seiner Ansprache vor Messi und Co. nach dem 1:2 im Clasico gegen Real Madrid, der das Titelrennen wohl gegen Barca entschieden hat. Als Trost muss das Endspiel am 19. Mai in München her.

Für Barca wäre es die dritte Finalteilnahme in der Königsklasse binnen vier Jahren, das 0:1 vom Hinspiel ist aber eine schwere Hypothek. Die erfolgreiche Titelverteidigung, die seit Neu-Gründung des Wettbewerbs 19992/93 keinem Team gelang, wäre „ein Wunder“, meinte Mittelfeld-Ass Xavi. Jedoch: „Wir haben es bisher noch immer geschafft, auf Niederlagen die richtige Antwort zu finden.“ Wobei: Dem 0:1 in London folgte die Niederlage gegen Real, das nun mit breiter Brust in sein Halbfinal-Rückspiel am Mittwoch gegen den FC Bayern geht. Meister und Champions-League-Sieger Madrid? Ein katalanisches Horror-Szenario!

„Gegen Chelsea wird es anders“, beruhigte Iniesta die besorgten Fans nach dem Clasico, und bemühte analog zum Klub-Motto „Mes que un Club“ (Mehr als nur ein normaler Klub) den Zusammenhalt im Barca-Lager. „Wir müssen aufstehen und weitermachen, wir geben doch jetzt nicht einfach auf. Die Niederlage gegen Real darf uns nicht belasten. Auch aus Stolz und Pflicht den Fans gegenüber müssen wir um den Finaleinzug kämpfen.“ Guardiola sah seine Spieler „schon so oft in Situationen wie dieser. Und sie haben sie immer überwunden“. Warum also nicht noch einmal, zumal mit Messi der erfolgreichste Schütze der Saison (14 Tore) das Barca-Trikot trägt. Gegen Chelsea hat „der Floh“ aber noch nie getroffen.

Fünfmal ging Barcelona bisher mit einem 0:1 in ein Heim-Rückspiel, dreimal reichte es noch zum Weiterkommen. Chelsea aber ist nicht nur für Messi so etwas wie eine „schwarze Bestie“ (Angstgegner). Die Blues haben bei den jüngsten drei Auftritten im Camp Nou jeweils ein Unentschieden erkämpft. Nur bei einem ihrer bislang fünf Gastspiele erzielten sie dort ein Resultat, das dieses Mal nicht reichen würde. „Barca ist allen anderen Teams ein Stück weit überlegen“, sagte Chelseas Stürmer Fernando Torres, „aber der Beste gewinnt halt nicht immer.“

Für den Spanier wird in der ersten Elf kein Platz sein, Hinspiel-Torschütze Didier Drogba wird wieder die Speer-Spitze in der Londoner Mauer-Taktik bilden. Der Ivorer hat seine Knieprobleme, die ihn zum Verzicht auf das 0:0 in Arsenal zwangen, überwunden.

Chelseas „Rentner-Truppe“, wie die erfahrenen Blues hier und da spöttisch genannt werden, liegt in der Liga vier Punkte hinter Rang vier. Um auch in der kommenden Saison wieder in der Champions League vertreten zu sein, müssten sie diese schon zum ersten Mal gewinnen. „Das wird ein heißes Match, eines für Gladiatoren“, sagte der Brasilianer Ramires: „Doch unser Traum ist München - und wir können Barcelona ausschalten.“

Die voraussichtlichen Mannschaftsaufstellungen:

Barcelona: Valdes - Alves, Mascherano, Pique (Adriano), Puyol - Busquets - Xavi, Iniesta - Messi, Sanchez, Fabregas. - Trainer: Guardiola

Chelsea: Cech - Ivanovic, Cahill, Terry, Cole - Mikel - Lampard, Meireles - Mata, Ramires - Drogba. - Trainer: Di Matteo

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