Keine Wunschlose

Barca und Real mit Respekt vor FCB und BVB

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Jose Mourinho ist nicht gerade glücklich über die Auslosung.

Nyon/Köln - Real wollte den Clasico, Barcelona lieber den BVB: Für die spanischen Topklubs lief die Auslosung des Halbfinales in der Champions League nicht nach Wunsch.

Der FC Barcelona fürchtet die „Bestia Negra“, für Real Madrid kehren die Geister aus der Vorrunde zurück: Es waren keine Wunschgegner, die die Halbfinal-Auslosung der Champions League in Nyon den spanischen Topklubs bescherte. „Ich habe Respekt vor Dortmund. Mit Borussia hatten wir es in dieser Saison schon zweimal zu tun - wir waren nicht in der Lage, sie zu schlagen. Ich hoffe, wir schaffen es dieses Mal“, sagte der frühere Topstürmer Emilio Butragueno, Reals Vertreter in Nyon.

Bayern? "Ein großer Klub, ein großes Team"

Bayern gegen Barcelona, für die Marca ist das „Peps Halbfinale“. Das Duell zwischen der früheren und der künftigen Mannschaft von Startrainer Pep Guardiola birgt Brisanz, und es wird eine weiterer Prüfstein für das Selbstbewusstsein Barcas. „Ein großer Klub, ein großes Team“ sei der FC Bayern, sagte Andoni Zubizarreta, Sportdirektor des FC Barcelona: „Es wird ein Match zwischen zwei großartigen Mannschaften, zwei Mannschaften mit unterschiedlichem Spielstil. Wir müssen versuchen, die Dinge zu tun, in denen wir gut sind.“

Das Selbstverständnis hat ein wenig gelitten beim 21-maligen spanischen Meister, beim weltbesten Klub der vergangenen Jahre. Das liegt am holprigen Weg der Katalanen in die Runde der letzten Vier. Zweimal, im Achtelfinale gegen den AC Mailand und im Viertelfinale gegen Paris St. Germain, sah es bereits nach dem überraschenden Ende für Barcas Ambitionen in der Königsklasse aus. Es liegt aber auch an den jüngsten nationalen Duellen mit Real. Vor gut einem Monat haben zwei Clasico-Siege für Madrid innerhalb von fünf Tagen die gefühlten Kräfteverhältnisse im spanischen Fußball verändert.

Rekordmeister Madrid hatte sich daher nicht ohne Grund schon im Halbfinale den Erzrivalen gewünscht. „Ich will immer lieber gegen Teams spielen, die ich gut kenne“, hatte Trainer Jose Mourinho gesagt. Barca sollte es sein, auch die Fans wünschten sich in einer Umfrage mit deutlicher Mehrheit den katalanischen Erzrivalen. Stattdessen nun der BVB. Die Erinnerungen sind frisch und wirken nach. Die Duelle mit dem BVB haben Eindruck hinterlassen beim spanischen Rekordmeister. In der Gruppenphase hatte sich die Mannschaft von Jürgen Klopp vor heimischem Publikum zunächst mit 2: 1 durchgesetzt, in Madrid rettete nur ein Last-Minute-Treffer von Mesut Özil das 2:2 für Real.

Der Nationalspieler zeigte sich unmittelbar nach der Auslosung trotz der jüngsten Vergangenheit optimistisch. „Das sind die Spiele, auf die wir alle warten“, twitterte Özil: „Wir wollen ins Finale.“ Und immerhin, die Hoffnung auf ein spanisches Traumfinale lebt auf der iberischen Halbinsel. Auf den 226. Clasico, den ersten in einem Endspiel der Champions League.

sid

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