Ballack will sich nicht mit Löw versöhnen

Leverkusen/München - Der langjährige DFB-Kapitän Michael Ballack lehnt eine Aussprache mit Bundestrainer Joachim Löw über seinen unschönen Abschied aus der Fußball-Nationalmannschaft ab.

“Nee, nee, das ist vorbei, das möchte ich auch nicht mehr thematisieren. Ich für mich bin da völlig klar, völlig im Reinen“, sagte der 98-malige Nationalspieler am Wochenende im ZDF. Nach Ballacks schwerer Verletzung vor der Weltmeisterschaft 2010 in Südafrika war es nicht mehr zu einem Comeback des langjährigen Kapitäns im DFB-Team gekommen.

Löw setzte im Mittelfeld gerade auch im Hinblick auf die EM 2012 auf jüngere Spieler. Zwischen Löw und Ballack kam es in Gesprächen zu Ungereimtheiten, auch um ein angebotenes Abschiedsspiel im August dieses Jahres gegen Brasilien. “Ich denke, da ist nicht immer alles glücklich verlaufen“, sagte Ballack rückblickend: “Wichtig für mich war, dass ich mich immer fair verhalten habe, auch den Verantwortlichen gegenüber, dass sie immer meinen Standpunkt gewusst haben, wie ich zu ihnen stehe, dass ich immer gerne für die Nationalmannschaft gespielt habe. Aber das ist jetzt vorbei. Jetzt konzentriere ich mich auf Bayer Leverkusen.“

Ballacks Krankenakte in der Nationalmannschaft seit 2006

Ballacks Krankenakte in der Nationalmannschaft seit 2006

Der inzwischen 35-Jährige fand bei Bayer Leverkusen auch wegen einer weiteren schweren Knieblessur nicht mehr zur einstigen Topform zurück. Er habe “schwierige Wochen und Monate“ hinter sich. “Das werde ich auch nicht so leicht vergessen“, erklärte Ballack im ZDF-Interview.

Länderspiele schaue er sich an, “wenn sie wichtig sind“. Und das ohne Groll: “Ich kann das jetzt genießen von draußen, schaue mir die Spiele aus einem ganz anderen Blickwinkel an“, erklärte Ballack. Dem seit der WM vom Münchner Philipp Lahm angeführten DFB-Team traut Ballack zu, was ihm in elf Jahren als Nationalspieler immer versagt geblieben ist, einen Titelgewinn bei WM oder EM. “Wir haben eine sehr, sehr gute Mannschaft mit sehr, sehr vielen tollen jungen Spielern, die vieles verspricht, nicht nur in Kürze jetzt nächstes Jahr, auch über die nächsten vier, fünf vielleicht noch mehr Jahre hinweg“, erklärte der langjährige “Capitano“.

dpa

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