Rummenigge-Reform: Mehr Geld von der UEFA

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Karl-Heinz Rummenigge kämpft gegen Länderspiele im August

Warschau - Mehr Geld von der UEFA! FC-Bayern-Boss Karl-Heinz Rummenigge hat die Position des europäischen Klub-Fußballs weiter gestärkt. Schafft er jetzt auch die Länderspiele im August ab?

Der Vorstandsboss des FC Bayern hat an der Spitze der Klub-Vereinigung ECA eine Reformvereinbarung mit der UEFA erzielt. Die Abmachung gereicht in wesentlichen Punkten den Klubs zum Vorteil und gilt ab Juni 2012 bis Ende Mai 2018. Die Anteile der Klubs an den EM-Endrunden 2012 und 2016 sollen angehoben werden, außerdem soll der umstrittene August-Länderspieltermin aus dem internationalen Spielkalender gestrichen werden.

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Der Bayern-Chef war sehr zufrieden mit der Übereinkunft. „Das ist ein gewaltiger Durchbruch für den europäischen Klubfußball“, sagte Rummenigge, dessen beharrliche Forderungen damit erhöht wurden, am Dienstag in seiner Eröffnungsrede bei der ECA-Generalversammlung in Warschau: „Mit dieser Vereinbarung hat die UEFA die Bedeutung der Klubs und ihren Beitrag für die Nationalmannschaften anerkannt. Es ist ein Beweis, dass in der europäischen Fußball-Familie auf einem fairen und kooperativen Weg Lösungen gefunden werden können“.

Unter anderem wird die UEFA beginnend im Sommer mit der Europameisterschaft in Polen und der Ukraine einen Versicherungsschutz für alle Spieler im Länderspieleinsatz einführen. Besonders dieser Aspekt war Rummenigge ein Anliegen, hatte doch der FC Bayern wegen einer Verletzung seines Stars Arjen Robben bei der WM 2010 Ärger mit dem niederländischen Verband.

Des Weiteren wurde zwischen ECA und UEFA die Streichung des August-Termins für Freundschafts-Länderspiele beschlossen. Dies muss allerdings noch vom Weltverband FIFA bestätigt werden. Es soll künftig ausschließlich Doppel-Spieltage der Nationalmannschaften geben, insgesamt maximal neun innerhalb von zwei Jahren. „Alles, was die Spieler entlastet, ist ein Vorteil. Wir sehen es gerne, wenn wir die Mannschaft länger beisammen haben“, sagte DFB-Assistenz-Trainer Hans-Dieter Flick dazu.

Zudem haben die Top-Vereine künftig eine Mitspracherecht bei allen Entscheidungen, die den Klubfußball berühren. Beschlüsse werden erst nach Zustimmung der Vereine gefasst. Und schließlich werden die Klubs an den Erträgen der UEFA stärker beteiligt als bisher.

Schon zur EM 2012 soll die Prämie von bislang 55 Millionen Euro aufgestockt werden. Bei der EM 2016 in Frankreich ist eine weitere Anhebung vorgesehen. Der Höhe der finanziellen Zuwendungen an die Klubs werden auf dem UEFA-Kongress im März in Istanbul festgezurrt.

Ungelöst bleibt indes die Beziehung der Großklubs zur FIFA. ECA-Präsident Rummenigge sprach von einer „unbefriedigenden Situation“. Diskussionen mit FIFA-Präsident Joseph S. Blatter hätten zu keinem „zufriedenstellenden Ergebnis“ geführt, das die Forderungen der Vereine ausreichend berücksichtige, sagte Rummenigge.

Die FIFA widersprach in einer Stellungnahme diesem Eindruck und zeigte sich „überrascht“ über die Aussagen der ECA, deren Repräsentanten „immer eingeladen“ seien, an den Gesprächen teilzunehmen. Der nächste internationale Spielkalender werde beispielsweise am 5. März diskutiert. Auch dazu sei Rummenigge eingeladen worden, habe aber abgesagt.

sid

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