Balakow-Premiere: Der erste Schuss muss sitzen

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Auf ihn setzen in Kaiserslautern alle: Krassimir Balakow.

Freiburg/Kaiserslautern - Drittletzter gegen den Letzten: Die Premiere von Krassimir Balakow als Trainer des 1. FC Kaiserslautern beim SC Freiburg wird ein „Alles-oder-nichts-Spiel“.

Der erste Schuss muss sitzen, sonst ist das Ziel schon aus dem Visier. Krassimir Balakow soll beim Tabellenletzten 1. FC Kaiserslautern das „Wunder von der Pfalz“ vollbringen, und gleich im ersten Spiel geht es um alles oder nichts. Das Kellerduell der Bundesliga beim SC Freiburg müssen die Pfälzer am Samstag (15.30 Uhr/Sky und Liga total!) um jeden Preis gewinnen, wenn der Effekt des Trainerwechsels nicht gleich verpuffen soll.

„Wir wollen die letzte Chance unbedingt nutzen“, sagte Balakow, Nachfolger von Marco Kurz, vor der Reise in den Breisgau. Bei fünf Punkten Rückstand auf den Relegationsplatz, den derzeit die Freiburger belegen, beschäftigt sich der 45-Jährige gedanklich aber auch schon mit dem akut drohenden Abstieg. „Wenn das Schlimmste passiert, und das kann man nicht ausschließen, stehe ich für einen Neuaufbau zur Verfügung“, sagte Balakow.

Großen Respekt vor dem früheren Mittelfeld-Regisseur Balakow, der beim VfB Stuttgart Mitte der 90er Jahre gemeinsam mit Giovane Elber und Fredi Bobic ein „magisches Dreieck“ bildete, hat auch Freiburgs Trainer Christian Streich. „Er war ein absoluter Weltklasse-Fußballer, ich habe ihn wahnsinnig geschätzt“, sagte Streich, der von einem Endspiel um den Klassenerhalt aber nichts wissen will: „Gewinnen müssen wir nicht, nur sterben. Sterben müssen wir, gewinnen müssen wir nicht.“

Der FCK hingegen schon. Seit 16 Spielen warten die „Roten Teufel“ auf einen Sieg, zuletzt gewannen die Lauterer in der Hinrunde ausgerechnet gegen den SC (1:0). Dass das Spiel wieder ein Volltreffer werden muss, weiß auch FCK-Kapitän Christian Tiffert. „Mehr Endspiel als in Freiburg gibt es nicht“, sagte Tiffert. Bei allem Offensivdrang ist für Ballkünstler Balakow zunächst aber viel wichtiger, dass sein neues Team mit dem Druck klarkommt und „nicht den Kopf verliert“.

Ähnlich wie sein Vorbild Felix Magath, der einst Eintracht Frankfurt in acht Spielen sensationell vor dem Abstieg rettete, will auch Balakow das Wunder schaffen. Und sein erster Lehrmeister überhäufte Balakow bereits mit Vorschuss-Lorbeer. „Krassimir war ein außergewöhnlicher Spieler. Eine ähnliche Karriere traue ich ihm auch als Trainer zu“, sagte Magath, unter dem Balakow 2003 als Co-Trainer seine ersten Erfahrungen als Coach gesammelt hatte: „Ich bin mir sicher, er wird eine große Karriere als Trainer machen.“

Als Spieler galt Balakow als echter Zauberer: Mit dem VfB Stuttgart gewann er an der Seite von Bobic und Elber 1997 den DFB-Pokal. Seine Trainerlaufbahn startete der Bulgare 2003 ebenfalls beim VfB als Magath-Assistent, anschließend zog es ihn in die Schweiz zum Grasshopper Club Zürich und dem FC St. Gallen, den er 2008 nicht vor dem Abstieg bewahren konnte.

Im Januar 2009 übernahm Balakow den bulgarischen Erstligisten Tschernomorez Burgas, wo es zu einem Wiedersehen mit Bobic kam, der am Schwarzen Meer als Geschäftsführer anheuerte. „Ich habe gesehen, wie er eine Mannschaft mit No-Names zu gewissen Erfolgen führen kann“, sagte Bobic. Und vielleicht kann er beim Spiel in Freiburg sogar dafür sorgen, dass die FCK-Stürmer das Tor wieder treffen.

sid

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