Babbel-Posse: Für ihn ist alles nur "Käsequark"

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Markus Babbel lässt sich mit der Entscheidung um seine Zukunft Zeit

Berlin - Markus Babbel hat mit seinem Verhalten bei den Fans von Hertha BSC einiges an Kredit verspielt. Für den Trainer selbst ist die eigenartige Posse nur "Käsequark".

Eigentlich läuft alles wie geschmiert bei Hertha BSC. Am 21. Dezember spielen die Berliner im DFB-Pokal gegen den 1. FC Kaiserslautern. Es geht um den Einzug ins Viertelfinale, und das ist wahrlich keine Selbstverständlichkeit in Berlin. Es geht aber auch um ein wenig Geld. Geld, das Hertha immer gebrauchen kann. In der Bundesliga gab es zuletzt eine verschmerzbare 1:2-Heimpleite gegen das Topteam Schalke 04. Pfiffe waren im Olympiastadion zu hören, dabei steht der Aufsteiger auch in der Liga nicht schlecht da: Platz elf, 19 Punkte - es könnte wesentlich schlechter laufen für einen Aufsteiger.

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Die Pfiffe der Berliner Fans waren allerdings nicht an die Mannschaft adressiert. Sie galten Erfolgstrainer Markus Babbel. Jenem Babbel, der die Hertha direkt aus der zweiten Liga wieder in die oberste Fußball-Etage Deutschlands geführt hat. Jenem Babbel, der den Berliner Klub bisher beharrlich außerhalb der Gefahrenzone der Tabelle gehalten hat.

Doch Babbel hat mit seinem Verhalten einiges an Kredit verspielt. Nach außen hin mag die Stimmung immer noch optimistisch-erwartungsfroh sein. Im Innersten der Alten Dame aber brodelt es. Zu lange schon zögert der Trainer, dessen Vertrag im Juni 2012 ausläuft, seine berufliche Zukunft offenzulegen und damit ein Bekenntnis für oder gegen die Hertha abzulegen. Und zu viele Gerüchte kursierten zuletzt um den Ex-Profi, der zunächst mit dem FC Bayern und schließlich ausgerechnet mit dem Erzrivalen Schalke 04 in Verbindung gebracht wurde. S04-Manager Horst Heldt findet “diese These aberwitzig“, laut Babbel sei das alles ohnehin nur “erstunken und erlogen“. Der Wahrheit entspreche nur, dass Babbel am Samstag in München mit Heldt anlässlich dessen Geburtstags “ein Getränk genommen“ hat.

Rapport bei Preetz?

Dennoch besteht offenbar erhöhter Gesprächsbedarf. Am Montagmittag wurde Babbel zurück aus München erwartet, nach wie vor seine Heimat und Hauptwohnsitz - und am Dienstag soll der 39-Jährige bei Manager Michael Preetz zum Rapport antreten, berichtete die Berliner Morgenpost (Montagausgabe). Preetz erwartet offenbar Antworten. Babbel hingegen würde damit weiterhin am liebsten noch ein wenig warten. “Jetzt ist ja die Adventszeit, da wird man besinnlicher, da kann man sich viele Sachen durch den Kopf gehen lassen“, sagte Babbel den Sky “Sport News“. “Da hat man dann auch die Ruhe und die Muse, die richtige Entscheidung zu treffen.“

Laut “Bild“-Zeitung (Montagausgabe) sei diese aber schon längst gefallen. Babbel werde bei Hertha nicht verlängern, angeblich seien Unstimmigkeiten mit dem Verein der Grund. Babbel hingegen betonte: “Wichtig ist doch, dass ich nach wie vor mit Michael Preetz spreche und wir nach wie vor ein sehr professionelles Verhältnis haben.“

Vielleicht ist aber gerade das ein Teil des Babbel-Problems: So professionell er arbeiten mag, so wenig empathisch wirkt der Münchner. Für ihn ist die ganze Diskussion ohnehin nur “Käsequark“. Die irgendwie selbstverständlich eingeforderten Liebesbekundungen an die bundesdeutsche Hauptstadt sind von Babbel nicht zu hören. Stattdessen beschwerte sich der Münchner bereits zu Saisonbeginn über den Berliner an sich, der zum Größenwahn neige und vor allem durch Reden auffalle. Eigenschaften, von denen Babbel derzeit so weit entfernt ist wie München von Berlin.

dapd

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