Babak Rafati: "Papa, verzeih mir, was ich getan habe"

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Babak Rafati

Köln - "Papa, verzeih mir, was ich getan habe." Erstmals seit seinem Suizidversuch hat sich Fußball-Schiedsrichter Babak Rafati gegenüber seinem Vater geäußert.

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Suizidversuch von Schiedsrichter Rafati

Der Vater von Fußball-Schiedsrichter Babak Rafati, Djalal Rafati, hat keine Erklärung für den Selbstmordversuch seines Sohnes. „Von Depressionen oder Burn-out hat mein Sohn nie etwas erzählt. Wenner das getan hätte, hätte ich reagiert“, sagte er im Gespräch mit dem Kölner Express. Auch seine Tätigkeit als Referee habe dem Sohn keine Probleme bereitet. „Er war sehr zufrieden. Ich bin selbst vor wenigen Tagen am linken Auge operiert worden und konnte deshalb nicht nach Köln fahren. Ich kann nicht verstehen, warum Babak das getan hat“, sagte Djalal Rafati.

Am Samstagabend hatte der Vater erstmals nach dem Vorkommnis persönlichen Kontakt mit Babak Rafati. „Er sagte nur: Papa, verzeih mir, was ich getan habe. Ich habe ihm gesagt. Natürlich, du musst dich jetzt erst einmal erholen“, sagte Djalal Rafati.

Kontakt hatte der Vater auch am Freitagabend und Samstagmorgen mit seinem Sohn. Am Spieltag rief Babak Rafati seinen Vater an und erklärte, es gehe ihm nicht so gut. Djalal Rafati machte ihm den Vorschlag, die Spielleitung für die Begegnung Köln-Mainz abzugeben. Djalal Rafati: „Er sagte: Ich werde mich nachher wieder melden. Dann hat er aufgelegt. Seine Freundin und deren Mutter haben mit mir auf den Anruf gewartet.“

Schließlich habe sich die Polizei gemeldet und über den Vorfall informiert. Eine Erklärung für die Kurzschlusshandlung von Babak Rafati hat der Vater nicht: „Nein! Mit seiner Freundin ist er seit vielen Jahren zusammen und glücklich. Sie macht alles für ihn und ist eine tolle Frau. Mit ihr kann das nichts zu tun haben“, sagte er dem Express.

FC Köln "tief bewegt" von Situation um Rafati

Die Situation um den Suizidversuch von Schiedsrichter Babak Rafati hat den Fußball-Bundesligisten 1. FC Köln “tief bewegt“. Dies erklärte FC-Geschäftsführer Claus Horstmann. “Der gesamte 1. FC Köln wünscht Babak Rafati eine rasche Genesung und seinen Angehörigen, Freunden und Kollegen viel Kraft, mit dieser schwierigen Situation umzugehen“, teilte der Kölner Club am Samstagabend mit. Die Absage der Partie zwischen Köln und dem FSV Mainz 05 war nach Horstmanns Ansicht “unter diesen Umständen die einzig richtige Entscheidung“.

Rafatis Heimatverein schockiert nach Suizidversuch

In Barak Rafatis Heimatverein Spvg. Niedersachsen Hannover-Döhren hat der Suizidversuch des Fußball-Schiedsrichters Fassungslosigkeit ausgelöst. “Ich war tief betroffen, weil ich ihn immer ganz anders eingeschätzt habe“, sagte Vorstandschef Herbert Ruppel im “Aktuellen Sportstudio“. Rafati sei immer sehr objektiv, sehr neutral und fachlich kompetent gewesen. “Insofern konnte ich mir nicht vorstellen, dass er aus irgendeiner Situation einen solchen Schluss zieht.“

Der Bundesliga-Schiedsrichter hatte am Samstag wenige Stunden vor dem Spiel 1. FC Köln gegen den FSV Mainz 05, das er leiten sollte, einen Suizidversuch in einem Kölner Hotel unternommen. Rafati war von seinen Assistenten jedoch rechtzeitig gefunden worden und schwebt nicht mehr in Lebensgefahr. Das Spiel war nach Bekanntwerden des Versuchs abgesagt worden.

Eintrittskarten Köln-Mainz behalten Gültigkeit

Die Eintrittskarten des am Samstag abgesagten Spiels der Fußball-Bundesliga zwischen dem 1. FC Köln und dem FSV Mainz 05 behalten nach FC-Angaben grundsätzlich ihre Gültigkeit. Sollten die Tickets bei dem noch nicht festgelegten Nachholtermin nicht genutzt werden können, wird der Kartenwert gegen Vorlage der Original-Eintrittskarte erstattet. Der 1. FC Köln wies darauf hin, dass die Eintrittskarten bei einer Rückgabe über den Vorverkaufskanal zurückgegeben werden müssen, über den sie erworben wurden.

dpa/dapd/sid

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