Nach dem Schlusspfiff

Public Viewing und Korso: Was die Polizei erlaubt 

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Der Schlusspfiff bei der WM fällt nicht selten mitten in die Nacht. Ist dann aber noch ein Autokorso erlaubt? Und welche Ruhezeiten gelten eigentlich? Die Polizei beantwortet diese Fragen.

Während sich die Fußball-Freunde schon auf Public Viewing bis spät in die Nacht und Autokorsos durch die Straßen freuen, sehen die Anwohner der Fanmeilen gerade letzterem mit gemischten Gefühlen entgegen. Denn: Aufgrund der fünf Stunden Zeitverschiebung fällt der Schlusspfiff nicht selten mitten in die Nacht - und damit in die Nachtruhe.

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Was also ist erlaubt? Das Polizeipräsidium Oberbayern Süd gibt einen Überblick.

Die Ruhezeiten

Die üblichen Ruhezeiten gelten zwischen dem 12. Juni und dem 13. Juni schon mal nicht: Der Bundesrat hat für die Fußball-WM eine Ausnahme von der Lärmschutzverordnung erlassen. Das heißt, die Kommunen dürfen die Spiele auf Großleinwänden übertragen, auch wenn es schon nach 22 Uhr ist.

Allerdings, so sagt die Polizei, ist das kein Freifahrtschein für übermäßige Lärmbelästigung. Sollten die Sportfreunde zu laut sein, werde das - wie sonst auch - geahndet.

Der Autokorso

Wer sich nach einem Sieg der Deutschen - oder seiner Lieblingsmannschaft - ins Auto schwingt, hat nicht automatisch Vorfahrt. Die Regeln des Straßenverkehrs gelten auch bei Schrittgeschwindigkeit und Feierlaune. Auch auf Radler oder Fußgänger sollte besonders Rücksicht genommen werden.

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Dabei gilt: Rote Ampeln überfahren oder Alkohol am Steuer sind absolut tabu. Die Polizei will bei Gefährdungen, groben Verkehrsverstößen und Straftaten konsequent einschreiten.

Teuer werden kann es zudem, sich aus dem Fenster oder dem Schiebedach zu lehnen oder sich auf die Motorhaube zu setzen. Denn laut Polizei gefährdet der Fußball-Fan dadurch - sollte ein Unfall passieren - seine Versicherungsansprüche. Die Beamten weisen darauf hin, dass der Fahrer dafür verantwortlich ist, dass seine Beifahrer ordnungsgemäß sitzen.

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Ein Autokorso muss außerdem generell erlaubt werden und zwar von der Straßenverkehrsbehörde. Der Grund: Der Korso beansprucht die Straße übermäßig. Wenn der Korso aber ganz spontan entsteht, dann entscheidet die Polizei über die notwendigen Maßnahmen und legt die Auflagen fest.

Wann schreitet die Polizei ein?

Relevante Aspekte für das Einschreiten der Polizei sind der Zeitpunkt und die Dimension des Autokorsos, das Verhalten der Teilnehmer und Zuschauer sowie die spezifischen Gefahren, vor allem aufgrund der Vermischung mit Fußgängern. Ist die Gesundheit von Personen in Gefahr, wird die Polizei einschreiten.

Wenn die Spielregeln diesbezüglich eingehalten werden, hat auch die Polizei gegen friedlich feiernde Fans auf der Straße nichts einzuwenden.

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