Ausschreitungen bei Pauli-Sieg - Fortuna torlos

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Hamburgs Torwart Philipp Tschauner (M.) fängt vor Rostocks Marek Mintal (l.) den Ball ab.

Rostock - In einem erneut von Ausschreitungen begleiteten Nordderby hat der FC St. Pauli den FC Hansa Rostock noch tiefer in den Tabellenkeller geschossen. Fortuna Düsseldorf kam bei Union Berlin nicht über ein torloses Remis hinaus.

Die Hamburger gewannen am Samstag vor 24 200 Zuschauern das Duell der 2. Fußball-Bundesliga in der Rostocker DKB-Arena mit 3:1 (1:0). Max Kruse hatte die Gäste nach 40 Minuten in Führung gebracht. Marek Mintal traf nach langer Verletzungspause zum verdienten Ausgleich (50.). Mahir Saglik gelangen die Siegtreffer (80./90.+1) für die Gäste.

Rostock musste von der 8. Minute an in Unterzahl spielen, nachdem Tom Weilandt wegen einer Tätlichkeit des Feldes verwiesen worden war. In der 41. Minute musste die Partie wegen des Werfens von Feuerwerkskörpern für rund 15 Minuten unterbrochen werden.

St. Pauli war die reifere Mannschaft, auch wenn Rostock nie aufsteckte und den frühen Platzverweis schnell verdaute. In den entscheidenden Momenten aber waren die Gastgeber nicht auf der Höhe. So konnte Saglik beim 2:1 praktisch ungehindert von der Fünf-Meter-Linie einköpfen.

Am Rande der Partie kam es erneut zu Ausschreitungen zwischen beiden Fanlagern.

Die Fans zeigten sich einmal mehr von ihrer schlechten Seite: Beim Torjubel nach dem 1:0 zündeten die St.-Pauli-Anhänger in ihrem Block bengalische Feuer. Rostocker Fans schossen darauf Raketen in den Gästeblock, worauf sich der Referee zur Spielunterbrechung gezwungen sah.

Union Berlin trotzt Fortuna Unentschieden ab

Fortuna Düsseldorf hat dagegen zwei Punkte liegen gelassen. Der Spitzenreiter kam am Samstag bei Union Berlin trotz Überlegenheit nicht über ein 0:0 (0:0)-Unentschieden hinaus und könnte bei einem Sieg von Eintracht Frankfurt am Sonntag den ersten Tabellenplatz an die Hessen verlieren. Vor 18.432 Zuschauern im Stadion an der alten Försterei hielten die Berliner nur anfangs gut mit, im zweiten Durchgang drückten die Gäste auf den Sieg, verpassten jedoch einige Male die Entscheidung.

Von Beginn an entwickelte sich das Spiel ordentlich, beide Mannschaften hatten ein hohes Tempo in ihren Aktionen. Nennenswerte Torchancen waren jedoch Mangelware. Die Gäste aus Düsseldorf wirkten spielerisch reifer, doch vor allem die zuletzt so erfolgreichen Maximilian Beister und Sascha Rösler erwischten im ersten Durchgang keinen guten Tag.

Union hielt gewohnt kämpferisch dagegen, für spielerische Akzente sorgten ansatzweise Chinedu Ede und Kapitän Torsten Mattuschka, doch am Strafraum Fortunas war meist Endstation. Die beste Chance vor dem Halbzeitpfiff hatten dann doch die Berliner, als Mattuschka einen langen Ball in den Strafraum schlug, doch dem mitgelaufenen Christopher Quiring sprang der Ball vom Fuß.

Auch der zweite Abschnitt begann - wie zuvor schon die gesamte Partie - verspätet, als dichter Qualm aus dem Block der knapp 2.000 mitgereisten Düsseldorfer Fans aufstieg. Mehr Feuer hatten auch die Düsseldorfer Spieler in ihren Aktionen, die das Spiel mehr und mehr dominierten. Oliver Fink scheiterte jedoch mit einem Kopfball aus kurzer Distanz an Berlins gut aufgelegtem Torwart Jan Glinker. Die Partie wurde hitziger. Schiedsrichter Tobias Welz hatte alle Hände voll zu tun, lag mit seinen Entscheidungen jedoch immer richtig. In der Nachspielzeit vergaben die Gastgeber noch zwei große Chancen.

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