"Fahren nicht mit vollen Hosen nach München"

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Axel Bellinghausen wünscht sich gegen die Bayern einen "absoluten Sahnetag"

Augsburg - Der FC Augsburg geht das Gastspiel beim FC Bayern selbstbewusst an. Der Aufsteiger habe weder Bammel noch volle Hosen, sagen die Funktionäre. Axel Bellinghausen wünscht sich einen "Sahnetag".

Erfolg macht mutig, ganz gleich wer da kommt. Denn dass der deutsche Rekordmeister FC Bayern zuletzt eine Reihe von Kantersiegen eingefahren hat und derzeit von einem dominanten Auftritt zum nächsten eilt, lässt beim Aufsteiger FC Augsburg niemanden vor Angst erstarren. „Es gibt keinen Grund, vor den Münchnern Bammel zu haben. Schließlich sind wir schon längere Zeit ungeschlagen als die Bayern“, sagte FCA-Manager Andreas Rettig der "Augsburger Allgemeinen".

Sechs Spiele in Folge ohne Niederlage haben die Schwaben zu Buche stehen, bei der Mannschaft von Jupp Heynckes sind es in der Liga vier. Daraus leitet der couragierte Neuling ab, dass man nicht in Duckmäuserhaltung zum bayerischen Derby am Samstag (15.30 Uhr/Sky und Liga total!) fahren muss. „Natürlich ist Bayern Favorit, aber ein Punktgewinn ist realistisch. Mit vollen Hosen fahren wir da nicht hin“, sagt Präsident Walther Seinsch. Die vermeintliche Übermacht soll der FC Bayern also erst einmal auf dem Platz nachweisen.

In den letzten Wochen hat sich das Team von Jos Luhukay vom Status des nach Expertenmeinungen sicheren Absteigers zu einer Art Mannschaft der Stunde entwickelt und steht inzwischen auf Platz 14. Selbst Meister Borussia Dortmund musste dies bei einem mühsamen Unentschieden anerkennen. Gerade im eigenen Stadion stellt Augsburg seine Gegner reihenweise vor unlösbare Rätsel. Der FC Bayern war Anfang November der bislang letzte Klub, der dort gewonnen hat. Es mehren sich die Stimmen, die eine zweite Bundesliga-Saison in der Fuggerstadt erwarten.

Dass die Erfolgsgeschichte des FCA auf dem Zusammenhalt und harter Arbeit fußt, betonen die Verantwortlichen seit Wochen gebetsmühlenartig. „Das ist sehr hilfreich und kann dazu führen, dass wir das Wunder schaffen“, sagte Coach Luhukay immer wieder einmal. Rettig attestiert dem Niederländer dahingehend eine Vorreiterrolle. Luhukay trage „diese Leidenschaft und diese Begeisterung“ in die Köpfe der Spieler, sagte der im Sommer scheidende Manager zuletzt.

Gleichwohl ist es nun nicht so, dass die Augsburger sich plötzlich überschätzen. Ihr kesses Auftreten kommt schlicht aus der Überzeugung, ein inzwischen respektierter und unangenehmer Gegner zu sein. „Dass wir nicht Favorit sind, wissen wir. Aber wir dürfen uns nicht kleiner machen, als wir sind“, sagt Rettig. „Wir sind nicht so vermessen, davon auszugehen, dass wir etwas Zählbares aus München mitnehmen“, ergänzt Luhukay. Und Axel Bellinghausen spricht von einem „absoluten Sahnetag“, den der Außenseiter benötige.

Diesen muss der Coach indes erneut ohne Stürmer Torsten Oehrl planen, der weiterhin an einer Oberschenkelverletzung laboriert. Mittelfeldspieler Daniel Brinkmann fällt wegen Problemen an den Adduktoren aus. Nach einer Virusinfektion ist zudem der Einsatz von Spielmacher Daniel Baier offen.

Doch mit Leidenschaft hat Augsburg schon so manchen Engpass kompensiert.

sid

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