Nach Last-Minute-Remis

Braunschweig zurück auf Bundesliga-Kurs

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Domi Kumbela verhinderte mit dem 1:1 die dritte Pleite in Serie.

Braunschweig - Eintracht Braunschweig hat seine zwischenzeitliche Aufstiegsflatter gegen Kaiserslautern besiegt und klopft heftig an die Tür zur Bundesliga.

Aufstiegsflatter besiegt, Charakter gezeigt und den direkten Konkurrenten auf Distanz gehalten: Bei Eintracht Braunschweig waren Erleichterung und Zufriedenheit nach dem 1:1 (0: 1) im Spitzenspiel der 2. Liga gegen den 1. FC Kaiserslautern geradezu spürbar. Nach 28 Jahren in der Fußball-Einöde hämmert der Traditionsklub wieder an die Tür zur Bundesliga. Aber noch weigern sich Trainer und Spieler, die vorzeitigen Glückwünsche anzunehmen.

„Das ist zu früh. Wir haben diesen großen Traum und unsere Punkte nicht in der Lotterie gewonnen“, sagte Eintracht-Trainer Torsten Lieberknecht, „aber es liegt noch ein steiniger, schwerer Weg vor uns. Wir dürfen den Kopf nicht verlieren.“ Doch nach dem Punktgewinn, den die Löwen wie einen Sieg feierten, ist Braunschweig der Aufstieg wohl nur noch theoretisch zu nehmen - zu komfortabel erscheint der Vorsprung von elf Punkten auf die Pfälzer auf Rang drei. Trotzdem nannte Kapitän Deniz Dogan die Gratulationen der Konkurrenz „Psycho-Tricks. Da fallen wir nicht drauf rein. Das geht links rein und rechts wieder raus.“

Doch den Ahnen der Meistermannschaft von 1967 fällt es nach dem 25. Spieltag immer schwerer das böse „A-Wort“ nicht in den Mund zu nehmen. Nach dem insgesamt gelungenen Härtetest gegen die Roten Teufel steht der aktuelle Jahrgang der Braunschweiger nun selber kurz davor Heldenstatus zu erlangen. „Das war ein richtiger Charaktertest für uns“, sagte Stürmer Domi Kumbela, der mit seinem 15. Saisontreffer (78.) das so wichtige Remis rettete, „wir sind zurückgekommen und haben Moral bewiesen.“ Und wie steht es mit dem Aufstieg? „Es sieht sehr gut aus“, sagte der 28 Jahre alte Kongolese und grinste.

Der Übermannschaft der Hinrunde war gegen Kaiserslautern die Verunsicherung nach zuvor zwei Pleiten in Serie deutlich anzumerken. Der sonst so schnelle Spielfluss stockte, die Niedersachsen trafen falsche Entscheidungen. Sie dribbelten, als ein Pass besser gewesen wäre und sie passten, als ein Dribbling mehr Erfolg versprochen hätte. Doch die Braunschweiger schüttelten die Rückschläge nach dem Gegentreffer durch Mitchell Weiser (44.) kurz vor der Pause und ein eigentlich reguläres, aber nicht anerkanntes Kopfballtor von Ermin Bicakcic (48.) einfach ab. „Wir haben nicht den besten Fußball gespielt, aber nie die Köpfe hängen lassen“, sagte Lieberknecht, der in den nächsten Wochen auf seinen Linksverteidiger Ken Reichel verzichten muss. Der 26-Jährige erlitt am Montag einen Innenbandriss im linken Knie.

Lieberknechts Gegenüber Franco Foda versuchte sich die Enttäuschung über den verpassten Sieg nicht anmerken zu lassen. Denn der Punkt hilft Braunschweig mehr als den Pfälzern. „Gegen eine Spitzenmannschaft muss man über 90 Minuten aufpassen. Leider haben wir einmal geschlafen und noch den Ausgleich bekommen“, sagte der 46-Jährige.

Nach vier Spielen ohne Sieg ist der Vorsprung auf den Vierten 1. FC Köln auf nur noch ein Pünktchen zusammengeschmolzen - nach der Hinrunde waren es noch acht. „Wenn wir vorne die Dinger nicht machen, dann müssen wir hinten wenigstens zu Null spielen“, schimpfte Linksverteidiger Chris Löwe, „aber leider haben wir hinten einmal geschlafen und dadurch den Sieg verschenkt. Das ist einfach bitter.“ Im Gegensatz zu den Braunschweigern hat der FCK seine Aufstiegsflatter noch längst nicht besiegt.

An alle Fußballer: Diese Jubel müsst Ihr beherrschen!

An alle Fußballer: Diese Jubel müsst Ihr beherrschen!

SID

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