Audi-Cup: Barca zu gut für Bayern

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Neuzugang Takashi Usami (re.) war noch nicht die erhoffte Verstärkung für Bayern.

München - Bayern München hat einen Prestige-Erfolg deutlich verpasst. Der Champions-League-Sieger FC Barcelona war auch ohne Weltfußballer Lionel Messi zu stark für den Deutschen Rekordmeister.  

Im Finale um den Audi Cup war der FC Barcelona für den deutschen Fußball-Rekordmeister eine Nummer zu groß, die Bayern unterlagen dem Champions-League-Sieger verdient 0:2 (0:1). Trainer Jupp Heynckes schonte allerdings weitgehend seine erste Elf für die erste Runde im DFB-Pokal am kommenden Montag in Braunschweig. Zudem fehlten die Superstars Arjen Robben und Franck Ribery verletzt.

Die bessere B-Elf aus Barcelona zeigte sich auch ohne Weltfußballer Lionel Messi und die Weltmeister Xavi und Carles Puyol gewohnt spielfreudig, obwohl die Katalanen erst in drei Wochen ihr erstes Saisonspiel bestreiten. Der erst 20 Jahre junge Thiago (42./75.) war der überragende Akteur auf dem Feld und erzielte beide Treffer vor 66.000 Zuschauern in der ausverkauften Münchener WM-Arena. Zuvor hatte sich Internacional Porto Alegre den dritten Platz durch ein 2:0 im Elfmeterschießen gegen den AC Mailand gesichert.

Nach dem Erfolg gegen den Milan im Halbfinale wechselte Heynckes gleich auf neun Positionen - nur Rafinha und Holger Badstuber liefen gegen Barca erneut von Beginn an auf. Neuzugang Jerome Boateng feierte an Badstubers Seite eine gute Heimpremiere in der Innenverteidigung.

Wegen eines Kapseleinrisses im rechten Sprunggelenk musste Robben passen, nachdem ihn Milan-Verteidiger Taye Taiwo rüde gefoult hatte. Der holländische Nationalspieler fällt im Pokal bei Zweitliga-Aufsteiger Braunschweig ebenso aus wie Franck Ribery, sein Partner in der Flügelzange. Die beiden Superstars sollen aber spätestens zum Bundesliga-Auftakt gegen Borussia Mönchengladbach (7. August) wieder fit sein.

Nach 13 Minuten nahm die Begegung Fahrt auf, als Bayerns Ersatzkeeper Jörg Butt einen Freistoß von Weltmeister David Villa abklatschen ließ. Im Gegenzug kam Nils Petersen nach Flanke von Takashi Usami einen Schritt zu spät. Der Zweitliga-Torschützenkönig war stets beteiligt, wenn es einmal vor dem Tor von Barca-Keeper Victor Valdez gefährlich wurde.

Barcelona bestimmte jedoch die Partie, zeigte sich wie gewohnt ballsicher und suchte immer wieder zielstrebig den Weg in die Spitze. Die Bayern liefen oft nur hinterher, trotzdem schwappte die Welle durchs Stadion. Der japanische Youngster Takashi Usami ließ sich davon tragen und schickte David Alaba mit einem Traumpass auf die Reise, doch der Österreicher scheiterte (39.). Besser machte es auf der Gegenseite Thiago, der sich im Kopfballduell gegen Diego Contento durchsetzte und zur verdienten Führung traf.

Durch zahlreiche Einwechslungen nach dem Seitenwechsel verlor selbst Barcelona zunächst etwas den Spielfluss, Chancen blieben Mangelware. Heynckes brachte in der Schlussphase die Nationalspieler Bastian Schweinsteiger, Toni Kroos, Thomas Müller und Mario Gomez - das Quartett konnte das Blatt jedoch nicht mehr wenden. Im Gegenteil: Thiago setzte mit einem sehenswerten Schuss aus 20 Metern nach herrlicher Vorarbeit des Holländers Afellay den Schlusspunkt.

sid

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