Asamoah auf der Suche nach einem neuen Klub

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Gerald Asamoah.

Hüls - Von der großen Bundesliga-Bühne in die Provinz: Der ehemalige Nationalspieler Gerald Asamoah hält sich derzeit beim Fünftligisten VfB Hüls fit. Noch hat der einstige Schalker Publikumsliebling keinen neuen Club gefunden.

Gerald Asamoah hat in seiner Karriere als Fußballprofi eine Menge von der Welt gesehen. Beim 0:2 im WM-Finale 2002 mit der deutschen Nationalmannschaft in Japan gegen Brasilien war er ebenso dabei wie vier Jahre später beim “Sommermärchen“ in der Heimat. Mit dem FC Schalke 04 hat er im berühmten Camp Nou des FC Barcelona gespielt, ist in insgesamt elf Jahren bei den Königsblauen viermal Vizemeister geworden und hat zweimal den DFB-Pokal gewonnen. Der “Badeweiher“ in Hüls war bisher nicht seine Welt.

Wenn der VfB Hüls in der fünftklassigen NRW-Liga Clubs wie Westfalia Rhynern oder den VfB Speldorf empfängt, kommen meist nicht mehr als 250 Zuschauer. Ein Rasenplatz und eine kleine Tribüne, der “Badeweiher“ unterscheidet sich außer in seiner Lage in unmittelbarer Sichtweite zu den riesigen Schornsteinen der Chemischen Werke in nichts von einer gewöhnlichen Bezirkssportanlage, wie sie im Ruhrgebiet fast an jeder Ecke zu finden sind.

Doch seit dem vergangenen Sonntag, als Asamoah zum ersten Mal die Kabine betrat, ist am “Badeweiher“ nichts mehr, wie es vorher war. Weltmeister Olaf Thon, der den VfB Hüls seit April 2010 trainiert, hat den langjährigen Schalker Publikumsliebling vor einer Woche nach dem Abschiedsspiel für den früheren Schalker Kapitän Marcelo Bordon überredet, sich bei ihm fit zu halten - so lange der inzwischen 32-Jährige keinen neuen Club gefunden hat.

Eigentlich sollte Asamoah nach seiner aktiven Karriere als Teambotschafter beim FC Schalke arbeiten. Doch nach seiner Rückkehr vom Bundesliga-Absteiger FC St. Pauli kündigte er alle Anschlussverträge auf. Der Traum des Amateurclubs, mit dem Vizeweltmeister in die Saison gehen zu können, wird sich aber wohl nicht erfüllen. “Mir macht es Spaß, bei Olaf in Hüls zu trainieren, aber es ist nicht gedacht, dass ich hier auch spielen werde“, sagte Asamoah dem “RevierSport“.

Asamoah sollen mehrere Angebot aus dem Ausland vorliegen, derzeit hält er sich in Katar auf. Die Gastspielerlaubnis, die der umtriebige VfB-Manager Horst Darmstädter für den prominenten Trainingsbesucher für den Test am Samstag gegen den Nord-Oberligisten SC Goslar besorgt hatte, blieb in der Schublade. 

Doch auch wenn sich Asamoah in den nächsten Tagen aus Hüls verabschieden und noch einmal ein Abenteuer im Profifußball eingehen wird, hat er bei seinen Freunden in Hüls für Aufbruchstimmung gesorgt. “Asa ist ein Riesentyp. Für uns war es eine Ehre, ihn dabei gehabt zu haben, denn von ihm können meine Spieler einiges lernen“, sagte Thon. Er weiß selbst, dass es für einen wie Asamoah viel zu schade wäre, aus Lust und Laune nur noch in der fünften Liga zu kicken: “Gerald ist in guter Verfassung, zwei, drei Jahre wird er noch spielen.“

So wird die Ahnengalerie des VfB Hüls wohl in diesem Sommer nicht um einen berühmten Fußballer erweitert werden können. Der ehemalige Nationaltorhüter Norbert Nigbur hat früher für den Club gespielt, vor Thon waren die ehemaligen Profis Hermann Erlhoff, Uwe Neuhaus, Ingo Anderbrügge und Klaus Täuber als Trainer für die Rot-Blauen tätig. Asamoahs schon fertiges Trikot aber wird in der Kabine liegen bleiben - als Andenken an eine turbulente Woche.

dpa

 

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