Scholl kritisiert Gomez

"Hatte Angst, dass er sich wund gelegen hat"

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Mehmet Scholl ist TV-Experte bei der ARD und trainiert ab der nächsten Saison die zweite Mannschaft des FC Bayern.

Danzig - ARD-Experte Mehmet Scholl hat die Einsatzbereitschaft von Mario Gomez beim Auftaktsieg der DFB-Elf gegen Portugal heftig kritisiert.

Sein Fußballabend ging noch in die Verlängerung. Dopingkontrolle, ein späterer Flug, eine kleine Suppe, dann endlich ins Bett. Für Mario Gomez war der Trip nach Lwiw mit einigen Überstunden verbunden. Und während er nach der Partie auf dem langen Weg zurück Richtung Danzig immer wieder Schulterklopfer und Glückwünsche entgegennahm, lagen über Fußball-Deutschland ein paar ganz direkte Aussagen über den Bayern-Star. ARD-Experte Mehmet Scholl legte nach dem 1:0 über die Portugiesen so richtig los, goss eine große Portion Kritik über den Superstürmer.

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Scholl: „Er hatte zwei, drei Aktionen – das war es dann aber auch. Die Frage ist: Wie lange hält eine Mannschaft so was aus? Wie hätte er heute gespielt, wenn er dieses Tor nicht geköpft hätte?“

Aus Mannschaftskreisen gab es in dieser Hinsicht keinerlei fiese Töne. Thomas Müller meinte nach der Partie über seinen Bayern-Kollegen: „Dass er gespielt hat, war sicherlich überraschend. Aber wir haben viele Spieler, die in der ersten Elf stehen können, ohne dass ein Qualitätsverlust da ist.“

Mats Hummels, der die Qualität von Gomez beim Kopfball zum 1:0 noch mal besonders lobte, konnte die Kritik am Stürmer nicht nachvollziehen. „Er ist von uns ja auch nicht gut mit Bällen versorgt worden“, so der Dortmunder.

Wer hat also recht? Mehmet Scholl jedenfalls hat sich nach Schlusspfiff schon sehr deutlich geäußert – und gleich mal Bedenken für die Zukunft angemeldet. „Es geht ja nur so lange, bis Gomez drei, vier, fünf Mal nicht trifft. Dann geht auch die Diskussion los. Das könnte er ganz einfach vermeiden, indem er einfach mehr tut fürs Spiel, sich mehr in die Mannschaft integriert.“

Seine Meinung: „Man braucht heutzutage Stürmer, die auch nach hinten laufen. Das gibt es im modernen Fußball nicht mehr, dass ein Spieler nur zentral bleibt, keinen Ball kurz haben will, sondern nur auf Flanken hofft oder Laufwege, die sich auftun. Insgesamt ist das zu wenig.“

 

mic, jj

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