ARD-Bericht: Auch Bundesliga im Fokus der Wettmafia

Köln - Für die asiatische Wettmafia ist einem Ermittler zufolge auch der deutsche Fußball von Interesse. Ein Staatsanwalt nennt auch konkrete Summen, die bei Bestechungen in Europa fließen sollen.

Das behauptete Chefermittler Sergio Lo Presti von der Staatsanwaltschaft Cremona in der ARD-Sportschau am Samstag mit Blick auf die Ermittlungen seiner Behörde im italienischen Manipulationsskandal.

„Einige der Personen, gegen die wir ermitteln, haben sich sowohl mit Spielen der deutschen Meisterschaft als auch der italienischen beschäftigt und wollten einige dieser Spiele verschieben“, sagte Lo Presti. Seine Aussage bestätigt eine bereits vor mehreren Wochen getroffene Aussage seines seines ermittelnden Staatsanwaltes Roberto Di Martino. Ob die von Singapur aus operierenden Wettbetrüger auch tatsächlich illegal in den Spielbetrieb der höchsten deutschen Klassen eingegriffen haben, ließ Lo Presti offen.

Die aufgedeckten Manipulationen in Italien von 50 bis 60 Spielen in den drei höchsten Ligen sind Lo Prestis Darstellung zufolge nur die Spitze eines Eisbergs: „Das ist eine Gruppe, die sich den ganzen Erdball in Einflusszonen aufteilte.“ Di Martino zählt mehr als 100 Personen, mehr als die Hälfte davon aktuelle und ehemalige Fußballprofis, zum Betrugsnetzwerk. „Was wir zum Gegenstand haben, ist die Bildung einer kriminellen Vereinigung mit dem Ziel des Sportbetrugs“, sagte Di Martino.

Die Ermittlungen der Italiener, die mittlerweile 24.000 Aktenseiten umfassen, förderten feste Tarife für die Bestechung von Fußballern zutage. „200.000 bis 300.000 Euro für Serie A-Spiele, zirka 100.000 für die Serie B, 50.000 bis 60.000 für die dritte Liga“, berichtete Di Martino.

sid

 

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