Richterin reißt Geduldsfaden bei Sidney Sam

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Sidney Sam

Düsseldorf - Ein Trainingslager zwischen zwei Spielen in einer englischen Woche der Bundesliga ist kein Grund, einen Gerichtstermin abzusagen - einer Richterin riss jetzt bei Sidney Sam der Geduldsfaden.

Mit dieser Begründung hat am Freitag eine Düsseldorfer Amtsrichterin den vierten Verlegungsantrag des für Bayer Leverkusen spielenden Profis Sidney Sam verworfen. 605 Euro Geldbuße und einen Monat Fahrverbot bestätigte das Gericht nun in seiner Abwesenheit. Der 24-Jährige war in Düsseldorf im Mai 2011 betrunken am Steuer erwischt worden - mit 0,74 Promille im Blut.

Es war bereits der vierte Verhandlungstermin, den entweder der Anwalt oder der Profi platzen ließen. Drei Verlegungen ließ die Richterin zu. Einmal war Anwalt Gordon Spitzer wegen eines Trauerfalls, das andere Mal wegen Urlaubs verhindert. Sam konnte erst wegen eines anstehenden Spiels nicht kommen, am Freitag war es die Vorbereitung auf die Heimpartie gegen Greuther Fürth, bei der er nach Auffassung seines Clubs nicht fehlen durfte.

Das zählte für die Amtsrichterin nicht. Es sei Sam wie jedem anderen Berufstätigen zumutbar, sich auf einen Verhandlungstermin einzustellen und wie in diesem Fall das Mannschaftshotel dafür zu verlassen, sagte sie. Auch die Bescheinigung von Bayer, dass Sam beim Training gebraucht werde, konnte sie nicht umstimmen.

dpa

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