Allofs unzufrieden mit Bremer Leistung

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Unzufrieden mit der Leistung der Bremer gegen Augsburg: Manager Klaus Allofs.

Bremen - Das 1:1 am Freitag gegen Augsburg war für den Aufsteiger ein kleiner Erfolg, für Werder Bremen jedoch eher eine Enttäuschung. Vor allem Manager Klaus Allofs zeigte sich unzufrieden.

Klaus Allofs wirkte frustriert. Frustriert ob der vielen ausgelassenen Chancen, frustriert ob der defensiven Mängel. Dass Werder Bremen nach einem Rückstand noch ein 1:1 (0:0) beim Bundesliga-Neuling FC Augsburg erreicht hatte, stimmte den Geschäftsführer nicht versöhnlich. „Wenn wir unsere Ziele erreichen wollen, müssen wir sowohl nach vorne als auch hinten besser werden“, kritisierte er.

Für Allofs war das Unentschieden nach zuletzt zwei Niederlagen ein erneuter Dämpfer. „Hier muss man gewinnen. Das sind Rückschläge, denn wir wollen in den internationalen Wettbewerb kommen.“ Die Ansprüche des 54-Jährigen an die Mannschaft sind wieder gestiegen, Mittelmaß genügt nicht. Milde können die Grün-Weißen daher von ihrem Chef nicht erwarten. Werder hat durch seinen Saisonstart mit fünf Siegen aus sieben Spielen die Messlatte hoch gelegt.

Etwas nachsichtiger war Trainer Thomas Schaaf, der seiner Elf nach dem schwierigen letzten Jahr Leistungsschwankungen zugesteht. „Wir brauchen noch Zeit“, sagte er. Die Souveränität werde man wieder erreichen, der Weg sei der richtige. Vorerst hat Werder in Augsburg aber die Tuchfühlung zu Tabellenführer Bayern München nicht wieder aufnehmen können.

Das Qualitätssiegel des „Bayern-Jägers“, das den Bremern bereits wieder aufgeklebt worden war, hält nicht recht. „Wir haben die Konstanz noch nicht“, sagte Claudio Pizarro, der in der 68. Minute mit seinem siebten Saisontreffer einen Punkt gerettet und eine Blamage vermieden hatte.

Danach hätte Werder das Duell bei den mutigen Schwaben noch gewinnen können, ja müssen. Eine Reihe prekärer Situationen hatte der Aufsteiger zu überstehen, doch Werder sündigte vor dem Tor. Zudem verweigerte Schiedsrichter Knut Kircher den Grün-Weißen bei einem Foul an Pizarro einen Elfmeter. „Aus so vielen Chancen muss man etwas machen, die waren so klar und gut. Ob es ein Elfmeter war, ist unerheblich“, sagte Allofs. Torhüter Tim Wiese, der nach einer Rotsperre ins Team zurückgekehrt war, ergänzte: „Wir hätten 5: 1 gewinnen müssen.“ Das wiederum war ein wenig übertrieben.

Den größten Lapsus in der Defensive leistete sich Andreas Wolf, der mit einem haarsträubenden Ballverlust die Augsburger Führung durch Axel Bellinghausen (49.) zu verantworten hatte. Ein Lichtblick war hingegen der Brasilianer Naldo, der nach 17-monatiger Leidenszeit gegen Borussia Dortmund erstmals von Beginn an spielte und schon wieder der Turm in der Schlacht war. „Es ist schön, dass er zeigen kann, wofür er vor seiner Verletzung stand. Naldo war in der Abwehr der Auffälligste, das freut mich für ihn“, sagte Thomas Schaaf.

Eine Stunde lang hatte es auch genügend Arbeit für die Bremer Hintermannschaft gegeben, denn der Aufsteiger agierte mutig und forsch. Später hatten die Fuggerstädter den Punkt ihrem Torhüter Simon Jentzsch zu verdanken, der trotz eines Fingerbruchs aufgelaufen war. „Die Ärzte haben Überstunden gemacht, um die Schwellung rauszubringen, und gesagt, dass es machbar ist, zu spielen“, sagte Jentzsch.

FCA-Trainer Jos Luhukay war heilfroh, den 35-Jährigen zur Verfügung gehabt zu haben. „Er war ein starker Rückhalt und hat Bremen zur Verzweiflung gebracht“, lobte er. Manager Andreas Rettig sah es ganz ähnlich. „Ich muss Simon Jentzsch herausstreichen, er hat den Punkt festgehalten. Dass er dabei war, hat der Mannschaft einen Schub gegeben“, sagte er dem SID. Zum ersten Bundesliga-Heimsieg der Klubgeschichte reichte es dennoch nicht.

Die Pläne, im Winter personell nachzulegen, hätte aber auch der nicht beeinflusst. „Wir schwärmen aus auf allen Fußballplätzen im In- und Ausland und schauen, ob uns jemand helfen kann“, sagte Rettig. Weit müssen sie womöglich nicht reisen, denn es scheint nicht ausgeschlossen, dass der FC Bayern Nachbarschaftshilfe leistet. Rettig würde es begrüßen: „Darüber wären wir sehr erfreut.“

SID

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