Allofs poltert, Köstner will Infos

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Klaus Allofs

Wolfsburg - Der VfL Wolfsburg ist trotz einer verbesserten zweiten Hälfte der Hinrunde weit hinter den eigenen Erwartungen zurückgeblieben. Lorenz-Günther Köstner fordert nun eine Entscheidung in der Trainerfrage.

Die erste Heimniederlage unter seiner Regie und das Ausbleiben einer Jobgarantie schienen Lorenz-Günther Köstner deutlich zuzusetzen. Trotzig, fast beleidigt beantwortete der Nachfolger von Felix Magath als Trainer des VfL Wolfsburg nach dem 0:2 (0:2) gegen Eintracht Frankfurt die unausweichliche Frage nach seiner Zukunft - noch ehe sie überhaupt gestellt worden war.

„Wenn sie mich jetzt fragen, ob ich weiter Eigenwerbung betreiben muss, damit ich in der Rückrunde weiter auf der Bank sitze: nein. Ich habe übernommen, habe die Mannschaft vom letzten Tabellenplatz weggeholt - und wenn es jetzt nicht mehr reicht, dann muss man mir das ganz schnell sagen“, sagte Köstner bei der Pressekonferenz mit lauter Stimme.

Anscheinend selbst von seinem Vorpreschen überrascht, ruderte der 60-Jährige auf Nachfrage sofort zurück. Nein, als Ultimatum oder Forderung wolle er seine Äußerung nicht verstanden wissen. Obwohl sie genau das beinhaltete. „Das bezog sich lediglich darauf, dass ich noch keine Informationen habe“, sagte Köstner und betonte: „Ich gehe mit der Situation gelassen um.“ Mit seinem Auftritt zum Ende der Hinrunde, die der VfL mit 19 Punkten auf dem 15. Tabellenplatz abschließt, hinterließ er allerdings einen gänzlich anderen Eindruck.

„Ich kann heute nicht zufrieden sein - und ich kann mit der Bilanz auch nicht zufrieden sein“, sagte Köstner. Und es schien fast so, als rechne er mit dem Ende seines Engagements als Cheftrainer der Wolfsburger: „Ansonsten möchte ich noch einen heißen Pokalfight gegen Leverkusen, um vielleicht noch ein kleines bisschen Abschluss zu haben.“ Am Mittwoch (19.00 Uhr) geht es für den VfL gegen die Rheinländer um den Einzug ins Viertelfinale des DFB-Pokals.

Zumindest gab sich Köstner nicht wie Manager Klaus Allofs die Blöße, nach der Roten Karte gegen Josue eine Verschwörung zu wittern. „Das hat man heute wieder ausgeglichen“, sagte Allofs mit Blick auf die vergangene Woche. Beim 3:2-Sieg der Wölfe beim deutschen Meister Borussia Dortmund hatte Schiedsrichter Wolfgang Stark fälschlicherweise Nationalspieler Marcel Schmelzer die Rote Karte gezeigt - und so den Auswärtssieg erleichtert.

Doch auch der ehemalige Bremer Allofs fühlte sich falsch verstanden. „Ich habe das alles nur scherzhaft gesagt. Ironie kann man nur schwer transportieren“, sagte der 56-Jährige, nachdem sich seine erste Wut gelegt hatte. Wohlwissend, dass er mit seiner ersten Reaktion weit über das Ziel hinausgeschossen war.

Eine klare Aussage zu Köstners Zukunft vermied Allofs weiterhin: „In dieser Frage gibt es keine Entscheidung. Das ist mit Lorenz auch abgesprochen.“ Dieser Eindruck verfestigte sich nach dem Auftritt der Verantwortlichen am Samstag allerdings nicht.

sid

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