Bewerbung für EM 2020

Rummenigge rechnet mit "ordentlichen Chancen"

Die Allianz Arena soll Spielstätte bei der EM 2020 werden.

München - Die Münchner Allianz Arena hat sich als erster Spielort Europas offiziell für die EURO 2020 beworben. Das Land Bayern, die Stadt München und der FC Bayern München gehen dafür einen Schulterschluss ein.

 

„Es ist das Signal eines Weltvereins, einer Weltstadt und einer Weltregion. Die Bayern haben bei unzähligen Gelegenheiten bewiesen, dass sie sehr tolerante Gastgeber sind. Das ist der stärkste Trumpf“, sagte der bayerische Ministerpräsident Horst Seehofer auf einer Pressekonferenz am Donnerstag.

Ganz wichtig nach dem monatelangen Olympia-Geschacher: Die öffentliche Hand bliebe bei einem Zuschlag für München größtenteils verschont. „Wir werden uns im Gegensatz zu Olympia-Bewerbungen nicht aus Steuermitteln bedienen müssen“, sagte Seehofer. Bei der Olympia-Kandidatur für 2018 hatten die oberbayerischen Bewerber mit teils massivem Widerstand aus der Bevölkerung zu kämpfen - auch wegen der hohen Kosten, die bei einem Zuschlag entstanden wären.

„Das Stadion hat in Europa einen sehr guten Ruf. München ist sehr gut gerüstet, die Vorzüge sind weltbekannt“, ergänzte Bayern Münchens Vorstandsvorsitzender Karl-Heinz Rummenigge, der einer Bewerbung „ordentliche Chancen“ einräumt.

Rummenigge und sprach von einem Schulterschluss des Vereins mit den beiden bayerischen politischen Größen CSU und SPD. „Wenn es um Bayern geht, haben wir schon häufiger die Große Koalition geschmiedet, zum Beispiel bei der Olympia-Bewerbung“, erklärte Seehofer und spielte auf den letztlich gescheiterten Versuch an, die Winterspiele 2018 nach München und Garmisch-Partenkirchen zu holen. „Mit einem Schuss Demut muss man jede Bewerbung angehen. Wir werden alles Positive in die Waagschale legen, was München und die Allianz Arena zu bieten haben“, sagte Rummenigge weiter. Er unterstütze auch die Initiative von UEFA-Präsident Michel Platini, das Turnier diesmal aufzuteilen: „Ich finde diesen Entschluss angebracht. Wir haben die Zeit der knappen Kassen. Jeder kann sich ausrechnen, was die Ausrichtung einer EM ein einzelnes Land kosten würde.“

Münchens Oberbürgermeister Christian Ude verwies vor allem auf die gute Erfahrung mit dem Champions-League-Finale im Vorjahr und sagte zudem: „Hier ziehen das Land, die Stadt und ein ganz bedeutender Klub an einem Strang“.

Die Bewerbung mit der 71.000 Zuschauer fassenden Arena gilt für beide von der Europäischen Fußball-Union (UEFA) ausgeschriebenen Optionen. Option eins beinhaltet drei Gruppenspiele sowie ein Achtel- oder Viertelfinalspiel. Option zwei enthält die beiden Halbfinals und das Endspiel der EM-Endrunde in sieben Jahren. Die Bewerbung richtet sich zunächst an den Deutschen Fußball-Bund (DFB), der anschließend der UEFA den deutschen Spielort empfiehlt. Die Entscheidung fällt dann auf einer Sitzung der UEFA-Exekutive im September 2014.

„Wir freuen uns sehr über das große Interesse an der EURO 2020. Auf Grundlage der UEFA-Kriterien wird der DFB im nächsten Schritt eine Ausschreibung durchführen, bei der sich die Städte als Spielort für das Turnier bewerben können. Nach Auswertung der Bewerbungen werden wir dann im Präsidium eine Entscheidung treffen“, kündigte DFB-Präsident Wolfgang Niersbach an.

Generalsekretär Helmut Sandrock äußerte sich zum weiteren Zeitplan: „Ende März wird es eine Exko-Sitzung der UEFA geben, auf der über das Bewerbungsverfahren entschieden werden soll. Danach werden die Anforderungen für die Ausschreibung veröffentlicht.“

Die Europameisterschaft 2020 findet in 13 Städten in 13 europäischen Ländern statt. Der DFB wird somit nur mit einem Austragungsort an der ersten dezentralen Endrunde der EM-Geschichte vertreten sein. Außer München sollen beispielsweise auch das Berliner Olympia-Stadion, der Dortmunder Signal Iduna Park und die Stuttgarter Mercedes-Benz-Arena Interesse haben. Die Hamburger Imtech Arena und die Veltins-Arena in Gelsenkirchen kämen als Spielorte aufgrund ihres Fassungsvermögens (Sitzplätze) ebenfalls infrage.

DFB-Vize-Präsident Rainer Koch, gleichzeitig Chef des Bayerischen Fußball-Verbandes (BFV), erklärte: „Ich freue mich über die Bewerbung Münchens als Spielort für die EURO 2020. Die Allianz Arena und München haben sich als Austragungsort großer Sportereignisse vielfach bestens bewährt. Die Konkurrenz hervorragend geeigneter Stadien in Deutschland ist allerdings sehr groß. München muss sich deshalb im Bewerbungsverfahren vor dem DFB-Präsidium sehr gut präsentieren.“ 

sid

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