Alle schwärmen von Behringer & Co.

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Melanie Behringer (r.), Okoyino da Mbabi

Faro - Die DFB-Mädels plagt nach dem Algarve-Cup der Trennungsschmerz. Beim Turnier fehlten einige Etablierte - doch Melanie Behringer & Co. sprangen in die Bresche. Und wurden mit dem Titel und viel Lob belohnt.

Als die deutschen Fußballerinnen am Donnerstag um 11.00 Uhr in den Flieger Richtung Heimat stiegen, ging neben der Freude über den Triumph beim Algarve-Cup auch Trennungsschmerz an Bord der Tap-Air-Maschine. „Schade, dass wir nicht zusammenbleiben und nächste Woche gegen Spanien spielen - wo wir uns doch gerade so gut fühlen“, sagte Bundestrainerin Silvia Neid, die mit ihren Gedanken bereits beim entscheidenden Spiel in der EM-Qualifikation am 31. März gegen die punktgleichen Spanierinnen war.

Doch nicht nur die Trainerin, auch die Spielerinnen richteten schon am Tag nach dem furiosen 4:3 (2:1) im Finale gegen Weltmeister Japan den Blick voller Zuversicht auf den Showdown in Mannheim (16.00 Uhr/ZDF). „Spanien kann kommen“, sagte Celia Okoyino da Mbabi, die mit ihrem zweiten Dreierpack beim Turnier in Portugal den Sieg fast im Alleingang perfekt gemacht hatte.

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Bei aller Freude über den zweiten Erfolg an der Algarve nach 2006 und die Revanche für das Aus im WM-Viertelfinale gegen Japan war den Deutschen klar, dass es erst gegen Spanien richtig ernst wird. Schließlich will der zweimalige Welt- und siebenmalige Europameister, der im Hinspiel in Spanien nicht über ein 2:2 hinausgekommen war, seinen Titel bei der EM-Endrunde im kommenden Jahr in Schweden erfolgreich verteidigen. Dafür wurde in Portugal hart gearbeitet.

„Wir sind in den zehn Tagen an der Algarve als Mannschaft zusammengewachsen - sowohl auf dem Feld als auch daneben“, erklärte Okoyino da Mbabi: „Es war auch wichtig für uns zu sehen, dass wir zu solchen Leistungen fähig sind. Wir können immer noch in der Weltklasse mithalten. Und an diese Leistungen wollen wir am 31. März wieder anknüpfen.“

Auch Neid, die an der Algarve an der Weiterentwicklung der Mannschaft nach dem Umbruch im Anschluss an die Heim-WM gearbeitet hat, wird die Reise nach Portugal in guter Erinnerung behalten. „Meine Erwartungen wurden übertroffen“, sagte Neid, deren Schützlinge alle vier Turnierspiele gewannen: „Hätte man mir vor dem Turnier gesagt, dass wir solche Leistungen zeigen, wäre ich zumindest skeptisch gewesen. Und das vor dem Hintergrund, dass wir sehr viele Verletzte hatten.“

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In der Tat muss der Turniersieg angesichts der großen Verletzungsprobleme hoch eingeschätzt werden. Vor der Reise nach Portugal hatten sich Kim Kulig, Simone Laudehr, Inka Grings, Tabea Kemme und Martina Müller abgemeldet. An der Algarve fielen Torhüterin und Spielführerin Nadine Angerer sowie Spielmacherin Fatmire Bajramaj aus. Auch Bianca Schmidt, Dzsenifer Marozsan, Annike Krahn und Linda Bresonik waren zeitweise angeschlagen und mussten pausieren.

Dafür sprangen Okoyino da Mbabi, Melanie Behringer und die nicht für die WM nominierte Viola Odebrecht in die Bresche. „Viola war der Dreh- und Angelpunkt in unserem Spiel. Melanie war eine tolle Spielführerin. Und natürlich hat Celia einen tollen Eindruck hinterlassen, je drei Tore gegen Schweden und Japan zu erzielen, spricht für ihre Klasse“, äußerte Neid.

Diese Klasse sollen Odebrecht und Co. auch gegen die Spanierinnen abrufen. Schließlich ist noch nicht klar, wer von den Verletzten wieder einsatzfähig sein wird. Zudem ist Abwehrchefin Saskia Bartusiak gesperrt. Neid ist dennoch zuversichtlich. „Wenn wir an die Leistungen vom Algarve Cup anknüpfen können, wird es schwer, gegen uns zu gewinnen“, erklärte die Trainerin: „Wir wollen in Mannheim drei Punkte verbuchen. Damit hätten wir eine perfekte Ausgangsposition für die weitere Qualifikation. Wir hätten alles in der eigenen Hand.“

dpa

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