Österreicher verehren Ibrahimovic

Alaba hofft auf "Türöffner-Spiel"

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David Alaba ist Österreichs Leader.

Wien - Um den Traum von der ersten WM-Teilnahme seit 16 Jahren aufrecht zu halten, darf Österreich am Freitag in Schweden nicht verlieren. Das Hauptaugenmerk werden die Kicker aus der Alpenrepublik auf Zlatan Ibrahimovic legen.

Für Bayern-Präsident Uli Hoeneß ist Zlatan Ibrahimovic eine „gekränkte Primadonna“. Österreichs Nationalcoach Marcel Koller hält Schwedens Stürmerstar dagegen für einen „fantastischen Spieler“. Und so konzentriert sich bei den Austria-Kickern vor dem „Endspiel“ um Rang zwei in der deutschen WM-Qualifikationsgruppe C an diesem Freitag alles auf den Torjäger vom französischen Meister Paris St. Germain. „Schweden ist Ibrahimovic“, beschrieb Koller die Rolle des Ausnahmestürmers.

Der hatte mit verbalen Attacken gegen Bayern-Coach Pep Guardiola zuletzt für medialen Wirbel in Deutschland gesorgt. „Guardiola hat keine Eier“ und „Guardiolas philosophische Ansprachen in der Kabine - das ist Scheiße für Fortgeschrittene“, schimpfte der 32-Jährige in einem „Spiegel“-Interview über seine gemeinsame Zeit mit Guardiola beim FC Barcelona. Die Reaktionen aus München fielen entsprechend heftig aus.

In Österreich wurden die Scharmützel eher mit einem Schmunzeln verfolgt. Zumal einige Profis Ibrahimovic geradezu verehren. „Wenn du Zlatan siehst, merkst du gleich, dass er eine große Persönlichkeit ist, noch ohne mit ihm ein Wort gesprochen zu haben. Er lässt sich nicht fertigmachen - von niemandem“, sagte der Ex-Bremer Marko Arnautovic über sein Vorbild. „Ich habe mir sehr viel von ihm abgeschaut. Ich weiß, dass er ein super Junge ist, ein super Mensch und ein Weltklassefußballer. Zlatan Ibrahimovic ist einfach überragend.“

Das bestätigt auch Schwedens Nationaltrainer Erik Hamren. „Zlatan ist für uns von enormer Bedeutung. Nicht nur als exzellenter Spieler, sondern auch als Kapitän. Er geht fantastisch mit den jungen Spielern um und übernimmt Verantwortung als Anführer“, lobte Hamren.

Kein Wunder, dass die Österreicher das Hauptaugenmerk auf Ibrahimovic legen. „Wir wissen, dass er gut drauf ist, aber wir werden wegen ihm nicht alles auf den Kopf stellen und unser Spiel durchziehen, auch wenn wir ein Auge darauf haben, dass hinten nichts anbrennt“, verriet Koller die Taktik. „Für mich ist eines klar: Wir müssen Zlatan wieder ausschalten, um in Schweden eine Chance zu haben“, erklärte Arnautovic.

Verlieren verboten - so lautet das Motto der Österreicher, die als Tabellendritter drei Zähler hinter den Schweden liegen. Eine Niederlage würde den Traum von der ersten WM-Teilnahme seit 1998 zerstören, mit einem Sieg wäre der Einzug in die Relegation so gut wie perfekt. Ein Remis würde die Entscheidung auf den letzten Gruppenspieltag vertagen.

Bayern Münchens Abwehr-Juwel David Alaba, der im Nationaltrikot wieder ins zentrale Mittelfeld vorrücken wird, freut sich angesichts der Brisanz ganz besonders auf das Kräftemessen mit Ibrahimovic & Co.: „Es ist immer etwas Geiles, wenn man solche Partien hat“, sagte Alaba und fügte hinzu: „Dieses Match könnte für uns ein Türöffner sein.“

sid

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