Afrika-Cup: Drogba mit Elfenbeinküste raus

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Didier Drogba (r.) und die Elfenbeinküste müssen die Koffer packen

Rustenburg - Für Altstar Didier Drogba und den Topfavoriten Elfenbeinküste ist erneut der Traum vom Titelgewinn beim Afrika-Cup geplatzt.

Die Goldene Generation der Elfenbeinküste droht ohne großen Titel zu bleiben. Das Team um Fußball-Superstar Didier Drogba scheiterte am Sonntag überraschend im Viertelfinale des Afrika-Cups in Südafrika. Der haushohe Favorit unterlag in Rustenburg Nigeria mit 1:2 (0:1). Während die „Super Eagles“ am Mittwoch in Durban gegen Mali um den Einzug ins Endspiel spielt, reist das Team von der Elfenbeinküste erneut ohne Trophäe in die Heimat zurück. Der letzte Titel liegt nun schon 21 Jahre zurück.

Noch bitterer war das Scheitern für die Gastgeber. Südafrikas Sportminister Südafrikas Fikele Mbalula eilte nach dem Aus der Bafana Bafana in die Umkleidekabine und musste reichlich Trost spenden. Als moralischer Aufbauhelfer war auch Gordon Igesund gefordert. „Ich bin sehr stolz auf diese Mannschaft, sie hat Mumm gezeigt“, sagte der Nationalcoach und musste doch selbst mit den Tränen kämpfen. Als Lehlohonolo Majoro vor den Augen von Staatspräsident Jacob Zuma seinen Versuch im Elfmeterschießen weit neben das Tor gesetzt hatte, war der Traum vom Heimsieg beim Afrika-Cup vorbei. Mali zog durch das 3:1 im Elfmeterschießen in das Halbfinale ein.

Anders als vor fast drei Jahren bei der Heim-WM überstand Südafrika immerhin die Vorrunde und gewann den bei den Fans verspielten Kredit zurück. Viele Südafrikaner, die sich sonst eher für Rugby und Cricket erwärmen können, zeigten plötzlich Interesse an der Fußball-Nationalelf.

Auch gegen Mali stand im WM-Stadion von Durban eine selbstbewusste Bafana Bafana auf dem Feld, die die 56 000 Zuschauer phasenweise begeisterte und durch Tokelo Rantie nach einer halben Stunde verdient in Führung ging. Auch nach dem Ausgleichstreffer durch Seydo Keita nach einer knappen Stunde steckten die Südafrikaner nicht auf und erarbeiteten sich Chance um Chance.

Allerdings erwischte Malis Torwart Soumbeila Diakite einen besonders guten Tag und wehrte die südafrikanischen Angriffe wie die Versuche von Dean Furman und May Mahlango im Elfmeterschießen ab. Mali hat damit nach Gabun 2012 nun innerhalb von zwölf Monaten wieder den Gastgeber der Afrikameisterschaft im Viertelfinale aus dem Turnier geworfen - stets nach Elfmeterschießen und einem 1:1 in der regulären Spielzeit. In der Heimat kann der Fußball zumindest ein wenig von den kriegerischen Auseinandersetzungen ablenken.

Südafrikas Schicksal teilt der große Außenseiter Kapverden. Gegen den Favoriten Ghana unterlagen die furiosen Insel-Kicker mit 0:2. Doch allein das Erreichen des Viertelfinals ist der größte Erfolg in der Sportgeschichte des Landes. Trainer Lucio Antunes - in seiner Heimat bereits mit José Mourinho verglichen - attestiert seinem Team schon den Sprung unter die Top Drei des Kontinents. „Die Kapverden sind so gut wie die großen Mannschaften bei diesem Turnier. Viele Menschen weinen nun, da die Kapverden ausgeschieden sind“, sagte er.

Gegen die Elfenbeinküste war Nigeria von Beginn an engagiert. Die Nigerianer trafen durch einen Freistoß von Emmanuel Emenike kurz vor der Halbzeit zur Führung, die Cheik Tiote vier Minuten nach dem Seitenwechsel ausglich. Drogba hatte per Freistoß aufgelegt. Die Entscheidung für den zweimaligen Titelträger besorgte Sunday Mba nach einem herrlichen Sololauf in der 78. Minute.

dpa

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