Raul, Ballack, Olic & Co.: Emotionen bei Abschied

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Wolfgang Holzhäuser (r.) verabschiedet Michael Ballack (M.) und René Adler

Leverkusen - Es steht noch ein Spieltag an, doch schon am Samstag wurde es in der Bundesliga sehr emotional. Raul, Michael Ballack und Co. verabschiedeten sich tränenreich von ihrem Heim-Publikum.

Emotionale Bilder mit weinenden Fußball-Profis, die ihre Kinder im Arm hielten, hatten Hochkonjunktur. Zwar steht noch ein Spieltag in der Bundesliga an, doch schon am Samstag feierten einige Stars wie Raul, Michael Ballack, Rene Adler, Mladen Petric, David Jarolim, Ivica Olic, Jörg Butt, Dante oder Marco Reus einen oft tränenreichen Abschied von ihren Fans. Im Mittelpunkt standen jedoch die letzten Heim-Auftritte des spanischen Superstars Raul und von Ex-Nationalmannschafts-Kapitän Ballack.

„Es war ein sehr emotionaler Moment“, sagte der 34 Jahre alte Raul und wischte sich einige Tränen aus den Augen, als ihn die Schalker Fans nach dem 4:0 gegen Hertha BSC noch einmal hochleben ließen. Der Spanier reihte seine fünf Kinder Jorge, Hugo, Hector, Mateo und Maria nebeneinander auf und machte mit den Anhängern die Welle: „Dieser Verein und seine Fans sind einzigartig, so etwas gibt es nirgendwo anders, es hat mich sehr berührt.“

Berührt war auch Ballack noch einmal, auch wenn es für ihn sportlich bei Bayern Leverkusen nicht nach Wunsch lief. Doch das war nach dem 1:0 gegen Hannover fast vergessen. Der 35-Jährige kletterte in der BayArena mit Adler, der sich ebenfalls verabschiedete, auf den Zaun und bedankte sich „für die tolle Unterstützung. Es waren zwei schwierige Jahre. Doch ihr habt immer zu mir gehalten.“ Sprach's und nahm seine drei Söhne Jordi, Emilio und Louis („die haben sich das gewünscht“) mit auf eine Ehrenrunde - auf der Tribüne jubelten ihm seine Eltern und sogar seine von ihm getrennt lebende Ehefrau Simone zu.

Große Gefühle gab es auch in Hamburg mit Petric und Jarolim. „Danke für eine geile Zeit“ und „Danke, meine Perle“, in Anspielung auf das Lied „Hamburg, meine Perle“, stand auf T-Shirts, die sich beide übergestreift hatten. Petric vergoss schon bei seiner Auswechslung beim 0:0 gegen Mainz Tränen.

„Das war absolut emotional, man kann es nicht in Worte fassen. Da musste ich dann meinen Gefühlen freien Lauf lassen“, sagte der 31 Jahre alte Kroate sichtlich berührt und winkte mit Tochter Melina-Charlize auf dem Arm zum letzten Mal den HSV-Fans zu.

Neun Jahre war der Tscheche Jarolim (32) beim HSV. „Ich werde Euch nie vergessen, Ihr bleibt in meinem Herzen“, rief er den Fans zu und drückte seine Tochter Ella ganz fest an sich. Der Abschied sei „ein schwerer Moment für mich. Ich bin froh über das, was ich hier geschafft habe. Aber ich bin auch traurig.“ Möglicherweise kehrt Jarolim nach seinem Karriereende aber wieder zum HSV als Nachwuchstrainer zurück.

Jörg Butt bleibt dem FC Bayern gleich erhalten. Der 37-Jährige, künftig Nachwuchs-Koordinator beim Rekordmeister, bestritt beim 2:0 gegen Stuttgart sein 387. und voraussichtlich letztes Bundesligaspiel. Doch im Gegensatz zu Raul und Co. wollten beim ehemaligen Nationalspieler keine großen Emotionen aufkommen. „Das wird vielleicht kommen, wenn wir am 19. Mai den Champions-League-Pokal in den Himmel strecken“, sagte Butt und fügte mit einem Schmunzeln an: „Ich habe den Jungs in Madrid schon gedroht: 'Wenn ihr den Pott nicht gewinnt, dann mache ich weiter'.“

Butts Kollege Ivica Olic wechselt indes nach Wolfsburg, für ihn war es deshalb der letzte Bundesliga-Auftritt in München. „Ich bin sehr traurig. Ich konnte mich aber schon länger auf diesen Moment vorbereiten“, sagte er.

Eine offizielle Verabschiedung gab es für Butt und Olic nicht, die gab es dafür in Gladbach vor dem 0:0 gegen Augsburg für Marco Reus, Dante und Roman Neustädter, die den Verein verlassen werden. Das Trio erhielt Blumen und ein Bild - und das letzte Mal die Chance, mit den Borussen-Fans nach dem Spiel zu feiern.

Am kommenden Samstag geht die emotionale Abschiedstour weiter. Dann wird voraussichtlich der Kölner Lukas Podolski der Protagonist sein. Bei „Prinz Poldi“ könnte es gleich in doppelter Hinsicht Tränen geben, wegen seines letzten Auftritts im FC-Trikots vor seinem Wechsel zum FC Arsenal - und wegen des möglichen Abstiegs.

dpa

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