Champions-League-Finale bescherte Verkaufsrekord

Adidas will eine Million DFB-Trikots verkaufen

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Nationalmannschafts-Kapitän Philipp Lahm im EM-Dress 2012. Adidas will nach eigenen Angaben über eine Million Trikots verkaufen.

Düsseldorf - Trotz gestiegener Preise will Adidas bei der bevorstehenden Fußball-Europameisterschaft allein eine Million Trikots der deutschen Nationalelf verkaufen.

"Wenn Deutschland erfolgreich spielt, werden es vielleicht noch ein paar mehr", sagte der Vorstandsvorsitzende Herbert Hainer der "Wirtschaftswoche". Bei der WM 2010 in Südafrika, bei der die Mannschaft von Bundestrainer Joachim Löw den dritten Platz belegte, waren es ebenfalls rund eine Million Trikots.

Das DFB-Trikot kostet dem Bericht zufolge mit 79,95 Euro zehn Euro mehr als vor vier Jahren. Adidas habe die Preise jährlich um drei Prozent erhöht, sagte Hainer. Das sei nur etwas mehr als die Inflationsrate. "Gleichzeitig sind aber auch die Rohstoff- und Lohnkosten gestiegen, was auch dazu führen könnte, dass das Trikot eines Tages 100 Euro kostet", fügte der Vorstandsvorsitzende hinzu.

Die deutschen WM-Trikots von 1954 bis heute

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Adidas zahlt nicht nur als offizieller Ausrüster der EM in Polen und der Ukraine Millionensummen an den europäischen Fußballverband UEFA. Der Sportartikelhersteller aus Herzogenaurach sponsert auch noch sechs Nationalmannschaften, darunter auch Titelverteidiger Spanien, und zahlreiche Einzelspieler wie Bastian Schweinsteiger und Philipp Lahm.

Beim Champions-League-Finale vor zwei Wochen machte Adidas Rekordumsätze mit seinen Fanartikeln. "Wir haben in den drei Tagen rund um das Endspiel allein in München 150.000 Fan-Shirts und Kappen verkauft", sagte Hainer in dem Interview. Das sei mehr gewesen als bei jedem anderen vergleichbaren Endspiel zuvor, fügte Hainer hinzu. Adidas rüstet sowohl Bayern München als auch FC Chelsea mit Trikots aus. Auch beim Super Bowl, dem Finale der nordamerikanischen Football-Liga, seien noch nie so viele Fanartikel verkauft worden.

Hainer wehrt sich gegen Vorwürfe aus ARD-"Markencheck"

Hainer wies in dem Interview auch Vorwürfe aus der ARD-Sendung "Markencheck" zurück. Gewerkschafter aus El Salvador sagten in der Sendung, ein Adidas-Zulieferer sei der schlimmste Arbeitgeber in der Region. "Der Beitrag verschwieg, dass wir in dieser Fabrik in El Salvador seit zehn Jahren nicht mehr tätig sind", kritisierte der Vorstandsvorsitzende.

Adidas habe den Fabrikbesitzer mehrfach abgemahnt und sich dann von ihm getrennt, weil er sich nicht an die Vorgaben gehalten habe. Sein Unternehmen habe sich auch nach drei Jahren noch um dessen Mitarbeiter gekümmert. "Wir haben mit der Regierung von El Salvador verhandelt und uns bemüht, den Arbeitern zu neuen Jobs zu verhelfen", sagte Hainer der "Wirtschaftswoche".

dapd

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