Herzschlagfinale steht an

Abstiegs-Thriller in der Bundesliga

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Des einen Freud, des anderen Leid: Nils Petersen (l.) und Bremen trauern zwei verlorenen Punkten gegen Hoffenheim hinterher.

Berlin - Der Abstiegskampf in der Bundesliga bleibt ein Fall für vier. Werder Bremen verpasste gegen Hoffenheim einen großen Schritt zum Klassenverbleib, Augsburg und Düsseldorf patzten auswärts. Es wird spannend.

Im Abstiegs-Thriller der Fußball-Bundesliga steuert die akut bedrohte Viererbande auf ein dramatisches Finale zu. Nach dem 2:2 der taumelnden Bremer gegen Hoffenheim und den Niederlagen für Fortuna Düsseldorf und den FC Augsburg hat sich die Situation im Tabellenkeller vor den letzten beiden Spieltagen noch einmal zugespitzt. Alle vier können noch direkt absteigen, für alle vier ist sowohl die Relegation wie auch die endgültige Rettung noch drin. „Es darf nie einen Grund geben, aufzustecken. Nach wie vor ist alles möglich“, nannte Düsseldorfs Trainer Norbert Meier das gemeinschaftliche Motto für den Schlussspurt.

Die beste Ausgangsposition hat weiter Werder Bremen mit 33 Punkten und damit drei Zählern Vorsprung auf den Relegationsplatz. Dort steht mit 30 Punkten nach wie vor Augsburg nach dem 0:2 in Freiburg, Düsseldorf ist nach dem 1:3 bei Eintracht Frankfurt nur drei Tore besser. Aber auch 1899 Hoffenheim mischt mit 28 Punkten noch mit.

Dabei fehlten Werder nur ein paar Sekunden zum Befreiungsschlag. Bei Gänsehaut-Atmosphäre im Weserstadion führten die Norddeutschen am Samstag gegen Hoffenheim bis in die Nachspielzeit, der erste Sieg nach fast drei Monaten schien dank der Treffer von Aaron Hunt (2./Foulelfmeter) und Kevin de Bruyne (24.) lange sicher. Doch 1899-Joker Sven Schipplock traf die Gastgeber mit seinen beiden späten Toren (85., 90+1.) mitten ins Herz. „Ich bin einfach nur down und total leer“, sagte Torwart Sebastian Mielitz. Wie Verlierer schlichen die Werder-Profis vom Feld.

Dagegen sprang und jubelte Hoffenheim-Coach Markus Gisdol wie nach einem Sieg. „Das macht mich stolz. Entscheidend war, dass wir nie aufgegeben haben. Dafür haben wir uns belohnt“, sagte der Trainer, der mit Schipplocks Einwechslung ein glückliches Händchen bewies. „Dass wir hier einen Punkt mitnehmen konnten, ist Gold wert“, meinte 1899-Kapitän Andreas Beck. Tatsächlich lässt dieser Zähler den Kraichgauern alle Hoffnungen auf eine Rettung.

Das Restprogramm aber dämpft die Hoffnungen beim Vorletzten. Ein Heimspiel gegen den Hamburger SV, der noch um einen Europacup-Platz spielt, und der Auftritt beim Champions-League-Finalisten Borussia Dortmund zum Abschluss sind eher keine Selbstläufer. Die Augsburger müssen am Samstag zur Meisterfeier des FC Bayern, dann kommt der zuletzt auswärtsstarke Absteiger Greuther Fürth.

Da wirkt der Spielplan für die Bremer und Düsseldorfer etwas einladender. Werder empfängt Frankfurt und muss dann nach Nürnberg, die Fortuna gastiert erst beim „Club“ und fährt anschließend nach Hannover. „Für uns geht es darum, uns in den letzten beiden Spielen so zu straffen, dass wir das schaffen, was wir uns vorgenommen haben“, sagte Fortuna-Trainer Meier.

Dabei hätte der Coach am Samstag beim 1:3 auswärts gegen die Eintracht ausreichend Grund zur Verzweiflung gehabt. Seit mittlerweile 10 Bundesliga- und 13 Auswärtsspielen sind die Rheinländer sieglos. Dem Aufsteiger fehlt im Vergleich zu fast allen Mannschaften in dieser Liga die sportliche Qualität. Immerhin verhinderte die Schlappe der Augsburger in Freiburg am Sonntagabend den Absturz der Düsseldorfer auf den Relegationsplatz. „Es sind noch zwei Spiele. Da muss alles reingeworfen werden“, forderte Fortuna-Profi Tobias Levels. Eine Ansage, der sich auch die Konkurrenz anschließen dürfte.

dpa

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