Neuling muss wieder in Liga Zwei

Abstieg perfekt: Fürth will Rekord vermeiden

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Der Fürther Nikola Djurdjic nach dem Abpfiff des Spiels gegen Hannover. Nach den Samstagsspielen ist der Abstieg der Franken besiegelt.

Fürth - Greuther Fürth droht, was selbst Tasmania Berlin in den 1960er Jahren nicht gelang - eine Bundesligasaison ohne Heimsieg abzuschließen. Dem Absteiger bleibt nur noch eine letzte Chance.

Im Bewusstsein ihrer rekordverdächtig miesen Heimbilanz erinnerten sich die Fürther Absteiger an etwas Schönes -den Erfolg im Frankenderby beim 1. FC Nürnberg von vor einer Woche. In der Fankurve holten sich die Greuther-Kicker am Freitagabend liebend gern den dröhnenden Applaus ihrer noch immer mächtig stolzen Anhänger ab. Und das, obwohl die Franken soeben erst mit 2:3 (1:1) gegen Hannover 96 verloren hatten. Doch anstatt das 16. sieglose Bundesliga-Heimspiel zu betrauern, hallten "Derbysieger, Derbysieger"-Schlachtrufe durch die kleine Fürther Fußballarena.

Der Prestigeerfolg über den großen fränkischen Nachbarn wird eines der ganz wenigen positiven Erlebnisse der ersten Fürther Erstligasaison bleiben. Ansonsten droht dem Tabellenletzten, dessen Abstieg am Samstag durch das 3:0 des FC Augsburg gegen den VfB Stuttgart besiegelt wurde, sogar ein sporthistorisches Fiasko: Noch nie beendete ein Bundesligaclub eine Spielzeit ohne einen einzigen eigenen Heimsieg. Selbst die Rekord-Schießbude Tasmania Berlin (108 Gegentore) gewann 1965/66 zweimal vor eigenem Publikum.

Die SpVgg Greuther Fürth hat bisher nur vier Remis zustande gebracht - und zwölfmal verloren. Jetzt bleibt einzig noch ein allerletztes Mini-Chance im 17. Heimspiel gegen den SC Freiburg in zwei Wochen. "Mit Sicherheit will keiner von uns in der Geschichte mit so einer Schlagzeile dastehen", kommentierte Bernd Nehrig, der den Verein zum Saisonende verlässt. "Wir versuchen alles, um uns dagegen zu wehren. Eine Chance haben wir jetzt noch."

Trainer Frank Kramer nahm seine Bubi-Absteiger nach der einmal mehr unglücklichen Hannover-Schlappe fast väterlich in Schutz. "Es ist schwierig, den Jungs jetzt einen Vorwurf zu machen", befand er. Und urteilte, dass seine Profis durch derartige Negativerfahrungen sogar "routinierter und letztlich erfolgreicher" würden.

Als "total frustrierend" stufte dagegen Greuther-Stürmer Nikola Djurdjic die neuerliche Pleite ein. Der Serbe hatte immerhin die Fürther durch zwei Tore (41./83. Minute) lange im Spiel gehalten. Letztlich war die Chancenauswertung ebenso wie die Defensivleistung aber zu schlecht für Bundesliga-Punkte, so dass Mohammed Abdellaoue (36.), André Hoffmann (71.) und Sergio da Silva Pinto (87.) die niedersächsischen Europa-League-Hoffnungen am Leben hielten.

"Wir hätten uns aber nicht beschweren können, wenn Fürth sogar gegen uns gewonnen hätte", resümierte Hannovers neuer Sportchef Dirk Dufner, der schon vor seinem offiziellen Dienstantritt am Montag seine erste Dienstreise gemacht hatte. Die prominente Neuerwerbung vom SC Freiburg will sich jetzt schnell einarbeiten - und zusammen mit Trainer Mirko Slomka die kommende Saison planen. Ob es große Veränderungen im 96-Kader geben wird? "Das ist ja nicht unüblich, dass eine Mannschaft im nächsten Jahr ein anderes Gesicht hat", meinte der neue starke Mann vielsagend.

d pa

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