Abramowitsch will Guardiola als Coach

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Pep Guardiola soll in den Fokus von Chelsea-Boss Abramowitsch gerückt sein.

London - Nach der Entlassung von Andre Villas-Boas sucht der FC Chelsea einen neuen Teammanager. Ex-Coach Mourinho scheint kein Interesse an einer Rückkehr zu haben. Abramowitsch will Guardiola.

Publikumsliebling Jose Mourinho hat offenbar kein Interesse, dem früheren Liverpool-Coach Rafael Benitez fehlt die Lobby und Wunschkandidat Pep Guardiola scheint selbst für Milliardär Roman Abramowitsch unerreichbar: Nach der Entlassung von Millionen-Flop Andre Villas-Boas hat der englische Fußball-Erstligist FC Chelsea den Blues.

Klubeigner Roman Abramowitsch sucht händeringend nach einem Erfolgs-Teammanager, musste aber von seinem Ex-Coach Mourinho gleich die erste Absage hinnehmen. „Ich bin dort Vergangenheit und alle sollten jetzt gemeinsam für den Erfolg kämpfen“, sagte der Trainer von Real Madrid und beendete damit vorerst die Spekulationen um eine Rückkehr an die Stamford Bridge.

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Zwar plant der 49-jährige Portugiese Mourinho derzeit einen Hauskauf in London, ein Comeback bei Chelsea schließt Mourinho für sich aber aus. Denn die persönlichen Probleme mit Abramowitsch sind immer noch nicht ausgeräumt. Dabei war Mourinho mit insgesamt sechs Titeln der erfolgreichste Trainer in der Klubgeschichte. In der Saison 2004/05 führte er die Blues nach 50 Jahren erstmals wieder zum Titel in der Premier League und wiederholte diesen Erfolg ein Jahr später. Darüber hinaus gewann er 2005 und 2007 den englischen Ligapokal sowie 2007 den FA Cup.

Dennoch reagiert Mourinho derzeit schwer erzürnt, wenn er öffentlich auf ein mögliches Comeback bei Chelsea angesprochen wird. Dabei erklärte nun auch sein Landsmann Villas-Boas, dass Mourinho die absolut sinnvollste Lösung für den Klub wäre. „Denn jeder Trainer bei Chelsea muss mit seinem Schatten leben. Bei Inter Mailand ist das genauso. Und auch bei Real wird das in Zukunft so sein. Nur der FC Barcelona hat dieses Problem nicht. Seine Erfolge sprechen einfach für ihn“, sagte Villas-Boas, der bereits von 2004 bis 2007 dem Trainerstab von Mourinho bei Chelsea angehört hatte.

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Der erst 34-jährige Villas-Boas war erst im vergangenen Sommer von Chelsea verpflichtet worden. Abramowitsch bezahlte für den juvenilen Coach 15 Millionen Euro Ablöse an den FC Porto. Zuvor hatte er bereits Ex-Coach Carlo Ancelotti zehn Millionen Euro Abfindung überwiesen müssen. Nun muss der seit neun Jahren einem Sieg in der Champions League hinterherhechelnde Abramowitsch erneut ganz tief in die Tasche greifen, um einen Trainer von Format zu holen. Im Gespräch sind die prominenten Benitez und Guardiola, wobei der Barcelona-Coach der Favorit bei Abramowitsch sein soll.

Zwar nährte Guardiola, dessen Vertrag bei den Katalanen am Ende der Saison ausläuft, zuletzt auch die Gerüchte um einen Abschied aus Barcelona. Doch ein Wechsel zu Chelsea gilt als unwahrscheinlich. „Momentan brauche ich noch etwas mehr Zeit, um mir darüber klar zu werden. Ich weiß, dass ich es nirgendwo so gut haben werde wie hier, doch ich muss es auch fühlen“, sagte der 41-Jährige. Guardiola hat seit seinem Amtsantritt im Jahr 2008 insgesamt 13 Titel geholt, darunter zweimal die Champions League. Davon träumt Abramowitsch auch.

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Allerdings ist für Chelsea derzeit sogar die Qualifikation für die Champions League fraglich. Als Tabellenfünfter hat der nun von Interimscoach Roberto Di Matteo trainierte Klub aus London bereits drei Punkte Rückstand auf den vierten Platz, der zur Teilnahme an der Champions-League-Qualifikation berechtigt.

Bereits sieben Zähler Rückstand hat Chelsea auf den Tabellendritten Tottenham Hotspur. Zu allem Überfluss droht auch aktuell das Aus in der Königsklasse. Zumindest könnte der neue Coach Di Matteo ein Ausrufezeichen setzen, wenn er nach der 1: 3-Pleite beim SSC Neapel im Rückspiel am 14. März an der heimischen Stamford Bridge noch die Wende schafft und in das Viertelfinale einzieht.

SID

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