Aachen hat Insolvenzantrag eingereicht

Aachen - Der zahlungsunfähige Traditionsclub Alemannia Aachen hat am Freitag beim Amtsgericht Aachen Insolvenzantrag eingereicht.

Der Fußball-Drittligist will seinen Spielbetrieb bis Saisonende aufrechterhalten, sich danach über das Insolvenzverfahren sanieren und einen Neuanfang in der Regionalliga starten. Der Club habe am Vormittag die Gläubiger über diesen Plan informiert, sagte Alemannias Finanzsprecher Holger Voskuhl.

„Die Vertreter sehen die Sanierungschancen“, sagte Voskuhl. Das Gericht werde vermutlich Anfang nächster Woche über den Antrag auf „Insolvenzverfahren im Planverfahren mit Eigenverwaltung“ entscheiden.

Die Stadt Aachen stellte nach eigenen Angaben Strafanzeige gegen die Alemannia wegen Täuschung. Sie wirft dem Verein vor, der Stadt im Zuge der Umschuldung vor einigen Monaten nicht die Wahrheit gesagt zu haben. Die Stadt hatte der Alemannia ein Darlehen von knapp 19 Millionen Euro beschafft. Die Staatsanwaltschaft ermittelt bereits wegen Insolvenzverschleppung. Der Club hat ein Finanzloch von gut vier Millionen Euro.

Das notwendige Geld für den laufenden Spielbetrieb bis zum Saisonabschluss habe die Alemannia noch nicht. „Aber es ist schon eine deutliche Summe zusammen. Die reicht noch nicht, um bis zum Ende der Saison zu kommen“, sagte Voskuhl. Für den Spielbetrieb müsste der Drittligist Angaben zufolge rund zwei Millionen Euro aufbringen. Bisher sollen ihm rund 800 000 Euro zugesagt worden sein. Ein direktes Insolvenzverfahren vor Ablauf der Saison hätte die Rückstufung in die Kreisliga C bedeutet.

dpa

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