50+1-Urteil: Mehr Einfluss für Investoren

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Reinhard Rauball.

Frankfurt/Main - Die 50+1-Regel im deutschen Profifußball bleibt bestehen, die "Lex Leverkusen und Wolfsburg" wird abgeschafft, wie das DFB-Schiedsgericht entschieden hat. Was das für die Bundesligisten bedeutet:

Damit können in Zukunft alle Bundesligisten mit Investoren zusammenarbeiten, die seit mehr als 20 Jahren im Verein aktiv sind. Das Schiedsgericht betonte zudem in seiner Urteilsbegründung, dass die 50+1-Regel im Kern mit deutschem und europäischem Recht vereinbar sei.

"Das Urteil ist in der Gesamtbetrachtung ein Erfolg für die Vereine und Kapitalgesellschaften des Ligaverbandes. Das Entscheidende ist: Die 50+1-Regel bleibt im Kern erhalten. Im deutschen Profi-Fußball werden Investoren weiterhin nur im Ausnahmefall und sehr eingeschränkt die Stimmenmehrheit bei einzelnen Klubs übernehmen können. Wir müssen auch künftig keine spanischen, italienischen oder englischen Verhältnisse fürchten", sagte Liga-Boss Reinhard Rauball.

Damit ist auch der seit Jahren anhaltende Streit zwischen Kind und dem Ligaverband endgültig zu den Akten gelegt. Der 96-Boss hatte zwischenzeitlich sogar mit dem Gang vor ein EU-Gericht gedroht, falls die Investorenregel bestehen bleibt. Kind hatte allerdings bereits am 5. Juli für eine überraschende Wende in dem Zwist gesorgt, als er bei der ersten Anhörung seinen Antrag änderte und für die Abschaffung der seit dem 1. Januar 1999 durch einen DFB-Paragraphen festgeschriebene "Lex Leverkusen und Wolfsburg" plädierte.

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"Wir begrüßen dieses Urteil, es bestätigt unsere Rechtsauffassung. Hannover 96 hat jetzt langfristig, auf Jahrzehnte, die Chance zu einer perspektivischen Entwicklung und verantwortungsvollen Nutzung seiner Potenziale", sagte Kind nach dem Urteil.

Der vom Schiedsgericht befürwortete Kompromiss bezieht sich auf einen Paragraphen, in dem Investoren nur dann eine mehrheitliche Beteiligung an den Bundesligisten zugestanden wird, wenn das Unternehmen vor dem Stichtag 1. Januar 1999 bereits 20 Jahre im Klub aktiv war. Hannover hatte die Abschaffung des Stichtags beantragt. Das DFB-Schiedsgericht stimmte dem am Dienstag zu.

Kein Verständnis für den Rechtsstreit zeigte Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke vom deutschen Meister Borussia Dortmund. „Herr Kind hat sich selbst ad absurdum geführt. Jahrelang hieß es von ihm, mit der gegenwärtigen Finanzausstattung könne Hannover 96 nicht international spielen. Und jetzt geht das auf einmal doch, weil er mal einen vernünftigen Trainer geholt hat“, sagte Watzke.

sid

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