Kampf gegen Doping

WM 2014: Blutpass für jeden Spieler

Zürich - Die FIFA verstärkt ihren Kampf gegen Doping im Fußball. Vor der Weltmeisterschaft 2014 in Brasilien wird von jedem Spieler ein Blutpass erstellt. Doch das ist noch nicht alles.

Vor der Weltmeisterschaft 2014 in Brasilien wird von jedem Spieler ein Blutpass erstellt. Das teilte der Weltverband FIFA nach einem Gespräch mit der Spitze der Welt-Anti-Doping-Agentur (WADA) in Zürich mit.

Bereits beim Confederations Cup im Juni soll mit der biologischen Profilierung der Spieler begonnen werden. Erstmals sollen bei allen Spielern der beiden Turniere Trainings- und Wettkampfkontrollen durchgeführt werden. FIFA-Präsident Joseph S. Blatter bekräftigte das „Engagement der FIFA, gegen diese ernsthafte Bedrohnung zu kämpfen, und unseren Willen, weiterhin Hand in Hand mit der WADA zusammenzuarbeiten“.

Laut FIFA habe man bereits 2011 mit der Einführung des Pilotprojektes zur Erstellung des Athleten-Passes begonnen. Zu diesem Zweck sollen in den vergangenen beiden Jahren 362 Doping-Tests durchgeführt worden sein. Zudem soll ein Projekt zur Erstellung von Hormonprofilen entwickelt werden. Im Jahr der WM 2014 will die FIFA nach eigenen Angaben 2,5 Millionen Dollar (1,87 Millionen Euro) für den Kampf gegen Doping ausgeben.

Anfang der Woche hatte die WADA einen stärkeren Kampf gegen verbotene Substanzen im Fußball gefordert. „Egal, welcher Sport. Egal, wo in der Welt. Überall kann mehr getan werden. Auch im Tennis, auch im Fußball“, sagte WADA-Präsident John Fahey und stellte sich an die Seite von Arsene Wenger. Der Teammanager des FC Arsenal hatte unlängst EPO-Tests und die Einführung von biologischen Pässen gefordert.

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„Tests sind eine gute Möglichkeit, um Betrüger zu erwischen“, hatte Fahey gesagt: „Aber besonders biologische Pässe sind ein effektives Instrument. Warum benutzt der Fußball diese Möglichkeit nicht?“

Das Prinzip der Blutpässe ist einfach: Die Test-Daten von Sportlern werden über Jahre hinweg gespeichert und immer wieder verglichen. Tauchen signifikante Abweichungen auf, können Sünder theoretisch anhand des indirekten Dopingnachweises ohne positive Dopingprobe überführt werden. Der Radsport-Weltverband UCI hatte 2008 als erster Verband den Blutpass eingeführt.

sid

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