Deutschland-Gegner in der Taktikanalyse

So können wir die Dänen packen

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Nicklas Bendtner ist Dänemarks gefährlichster Stürmer.

Lwiw - Im letzten Gruppenspiel trifft die deutsche Elf auf einen äußerst unangenehmen Gegner. Dänemark kompensiert das Fehlen von Stars durch eine enorme taktische Kollektivstärke. So sind sie zu packen:

Dänemarks Schlüsselspieler wie Niki Zimling, Michael Krohn-Dehli oder Christian Eriksen zählen nicht zur europäischen Elite, aber die Mannschaft von Trainer Morten Olsen tritt im Verbund enorm geschlossen auf - defensiv wie offensiv.

Egal ob mannschafts-, gruppen-, oder individualtaktisch: Die Dänen wissen genau, was sie auf dem Platz zu tun haben. Spätestens der Coup gegen die Niederlande (1:0) hat eindrucksvoll gezeigt, dass Dänemark das Fehlen von Ausnahmekönnern problemlos durch ein funktionierendes taktisches System kompensiert.

Insbesondere offensiv überraschte das dänische Team seine Gegner häufig durch einen äußerst variablen Spielaufbau. In der asymetrischen 4-2-3-1-Formation zieht beispielsweise Krohn-Dehli oft ins Zentrum, um Räume für den offensiveren der beiden Außenverteidiger, Simon Poulsen, aufzusperren. Aber auch Spieleröffnungen über die gestaffelten Sechser oder durch vertikale Pässe auf Eriksen und Nicklas Bendtner gehören zum dänischen Standard-Repertoire.

Laufwunder, Eskapaden und eine Schwachstelle - die Dänen im Porträt

Laufwunder, Eskapaden und eine Schwachstelle - die Dänen im Porträt

Wenn die DFB-Elf kein Risiko eingehen möchte, muss sie den hohen Kraftaufwand eines aggressiven Angriffspressings betreiben, um die Dänen bereits vor einem kontrollierten Spielaufbau zu Fehlern zu zwingen. Will man sich dagegen durch eine tiefere Stellung für das mögliche Viertelfinale schonen, könnte das starke Positionsspiel der Dänen auch das deutsche Team überraschen.

Defensiv arbeitet Olsens Mannschaft leidenschaftlich, laufstark und mit viel Disziplin. In den bisherigen Spielen beherrschte sie damit überwiegend die wichtigen Räume im Zentrum und auf den Halbpositionen. Allein die teils fehlende Staffelung der beiden Sechser und der immer mal wieder zu große Abstand derer zur Abwehrkette ermöglichte den Portugiesen und Niederländern mehrere Torchancen.

Mit vertikalen Bällen in die Schnittstellen „zwischen den Linien“ (Abwehrkette - Mittelfeld) sowie einem fluiden Offensivspiel durch viele Rochaden ist das Verteidigungsbollwerk von „Danish Dynamite“ zu sprengen. Desweiteren sollte die Elf von Bundestrainer Joachim Löw versuchen, mit schnellen Verlagerungen den dänischen Verbund auseinanderzuziehen, um auf den Flügeln Platz für Eins-gegen-Eins-Duelle zu schaffen.

sid

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