Baustelle Abwehr: EM-Plätze sind heiß umkämpft

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Wer bekommt von Joachim Löw eine Chance? Philipp Lahm (r) dürfte gesetzt sein.

Tourettes - Die meisten Plätze für die Startelf der deutschen Nationalmannschaft im ersten EM-Gruppenspiel dürften vergeben sein. In der Abwehr sind 18 Tage vor dem Start der EM in Polen und der Ukraine die Positionen noch hart umkämpft.

Tourrettes/Frankreich (SID) Manuel Neuer hat seinen Platz im Tor sicher, Miroslav Klose seinen im Angriff ebenso. Auch die Mittelfeldspieler Mesut Özil, Bastian Schweinsteiger oder Sami Khedira können von ihrer Teilnahme am ersten EM-Gruppenspiel der deutschen Fußball-Nationalmannschaft bei der EM in Polen und der Ukraine am 9. Juni gegen Portugal ausgehen. In der Vierer-Abwehrkette hat 18 Tage vor Turnierstart hingegen nur Philipp Lahm einen Platz sicher.

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Ob der Kapitän links oder rechts spielen wird, ist allerdings noch nicht entschieden. Von der Beantwortung dieser Frage hängen auch die weiteren Planungen von Joachim Löw in puncto Hintermannschaft ab. „Wir müssen erst einmal abwarten, bis die Bayern da sind. Dann werde ich mal mit Philipp darüber sprechen, was er sich vorstellt“, sagt der Bundestrainer, dem sieben Kandidaten für vier Plätze zur Verfügung stehen.

Sollte Lahm wie bei den Bayern auch in der DFB-Auswahl auf der rechten Seite agieren, darf sich Marcel Schmelzer vom Double-Gewinner Borussia Dortmund gute Chancen auf links ausrechnen. „Falls Philipp rechts spielt, würden meine Chancen natürlich steigen“, sagt Schmelzer, der im Training Vollgas gibt und am Samstag im Länderspiel gegen die Schweiz in Basel (18.00 Uhr/ZDF) noch einmal ein Empfehlungsschreiben abgeben möchte.

Falls Lahm entgegen der Erwartungen doch auf links zum Zuge kommt, müsste Löw improvisieren. Nachdem es Christian Träsch und Dennis Aogo nicht in den vorläufigen EM-Kader geschafft haben, müsste wohl ein gelernter Innenverteidiger wie Benedikt Höwedes oder Jerome Boateng einspringen. Die rechte Außenbahn war zuletzt aber die Achillesferse der DFB-Auswahl, was für Lahm auf dieser Position spricht. Und in der Zentrale, die 2010 bei der WM in Südafrika überwiegend von Arne Friedrich und Per Mertesacker glänzend besetzt wurde, melden Holger Badstuber und Mats Hummels Ansprüche an.

„Ich denke, dass wir gerade in der Defensive einiges tun müssen Richtung EM“, hatte Löw nach dem ersten und bislang einzigen Länderspiel des Jahres Ende Februar gegen Frankreich (1:2) gesagt, „die Defensivarbeit ist noch nicht perfekt, das war schon in einigen Spielen des vergangenen Jahres nicht unbedingt das Gelbe vom Ei.“

In 13 Spielen 2011 hatte der WM-Dritte, der souverän sein EM-Ticket gelöst hat, nur zweimal zu Null gespielt. Dieses Problem verfolgt den Bundestrainer bis nach Südfrankreich, wo konzentriert am Feinschliff für die „Mission Titelgewinn“ gearbeitet wird.

Wohl noch in Abwesenheit der Münchner Lahm und Boateng wird Löw am Samstag gegen die Schweiz die eine oder andere Variante ausprobieren. Höwedes, Hummels, Mertesacker und Schmelzer könnten die Viererkette bilden, wobei vor allem für England-Legionär Mertesacker in dessen 80. Länderspiel nach einer langen Verletzungspause viel auf dem Spiel steht. „Er ist körperlich so fit wie noch nie, aber ihm fehlt nach der langen Wettkampfpause Spielpraxis“, sagte Löw über den 27 Jahre alten Routinier, der 2006 und 2008 jeweils mit Christoph Metzelder und 2010 mit Arne Friedrich die Innenverteidigung gebildet hatte. Mertesacker hat seit seiner OP am Sprunggelenk im Februar allerdings kein Spiel mehr bestritten.

„Ich habe bei den letzten drei Turniern eigentlich immer gespielt, aber das zählt nicht. Der Konkurrenzkampf ist groß, und ich muss mich ihm wie jeder andere auch stellen“, sagt Mertesacker. Der Profi des FC Arsenal hat aufgrund seiner Erfahrung aber sicher einen Vorteil gegenüber Badstuber und Hummels, die um den Platz daneben streiten dürften. Beide hatten gemeinsam gegen Frankreich gespielt, was allerdings nicht funktioniert hatte.

Der in der Bundesliga bei Dortmund überzeugende Hummels glaubt fest an seine Chance, zumal Badstuber zuletzt deutlich unter Wert gespielt hat. „Ich bin nicht zur Nationalmannschaft gekommen, um nur ein bisschen reinzuschnuppern. Ich will vor allem spielen und möglichst erfolgreich sein“, sagte der 23-Jährige mit dem Selbstbewusstsein eines Double-Gewinners.

sid

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