Drei Spiele, drei Pleiten

Babbel nach Fehlstart in Erklärungsnot

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1899-Trainer Markus Babbel muss derzeit in vielen Interviews Rede und Antwort stehen.

Hoffenheim - Markus Babbel fehlen nach dem Absturz von Bundesligist 1899 Hoffenheim die Ausreden. Den Kader hat der Trainer-Manager in Personalunion selbst zusammengestellt.

Drei Pflichtspiele, drei Niederlagen - aber keine Ausreden: Nach dem Fehlstart von Fußball-Bundesligist 1899 Hoffenheim gerät Markus Babbel zunehmend unter Druck. Den Kader für sein Ziel Europa League hat der Trainer und Manager, mit dem erklärten Wunsch „Siegertypen“ in den Kraichgau zu holen, selbst zusammengestellt. Doch die Stimmung im Team ist schon nach nur zwei Spieltagen am Boden.

„Wir sind alle ratlos. Das Potenzial ist da, aber wir rufen es nicht ab. Wir müssen jetzt schnellstmöglich punkten“, sagte ein niedergeschlagener Kapitän Tim Wiese bei Sky. Babbel hatte schon nach dem 0:4 gegen Eintracht Frankfurt zugegeben, „keine logische Erklärung“ für die Leistung seiner Elf zu haben. Schon jetzt scheint man in Hoffenheim ohne Lösungansätze zu resignieren.

Bereits im Vorjahr hatte das Team auf Rückschläge nicht reagieren können und die Saison im grauen Mittelfeld abgeschlossen. Damals bemängelte Babbel, es fehle in der Mannschaft an Spielern mit „Siegermentalität“. Der jetzige Kader wurde ganz nach den Wünschen des „Mini-Magath“ umgekrempelt, 12 Millionen Euro investiert - doch die Ergebnisse bleiben die gleichen.

Die Niederländer Ryan Babel und Edson Braafheid wurden aussortiert und kurz vor Ende der Transferperiode gemeinsam mit Verteidiger Isaac Vorsah noch abgegeben. Der bei seinem Leih-Gastspiel in Swansea wiedererstarkte Gylfi Sigurdsson füllte bei seinem Transfer nach Tottenham zwar die Kassen, doch ein Spieler mit seinen Qualitäten würde den Hoffenheimern jetzt gut zu Gesicht stehen. Zudem wurde der bei den Fans beliebte Keeper Tom Starke ohne Not ausgemustert und durch Wiese ersetzt. Babbel hat sich mit seinen Personalentscheidungen angreifbar gemacht - gefruchtet hat noch keine seiner Umstellungen.

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Vor allem der Umgang mit Ex-Kapitän Andreas Beck gibt Rätsel auf. Der Rechtsverteidiger flog als Bauernopfer vor dem Eintracht-Spiel aus dem Kader, seine Nichtberücksichtigung hatte Babbel dem Spieler nicht persönlich mitgeteilt. „Das war gewollt. Er sollte damit umgehen müssen, seinen Namen nicht auf dem Zettel zu lesen“, sagte Babbel. Ein ähnliches Vorgehen durch Bundestrainer Joachim Löw bei der Nichtnominierung von Torwart Wiese für die Nationalmannschaft hatte der ehemalige Bayern-Profi unlängst noch heftig kritisiert.

„Ich war leicht irritiert, dass es kein persönliches Gespräch gegeben hat. Aber das muss ich akzeptieren,“ sagte Beck. Auch wenn der Abwehrspieler zuletzt nicht immer seine Leistung abrufen konnte, bleibt die Frage, warum nur er nach dem peinlichen Erstrunden-Aus im DFB-Pokal gegen den Viertligisten Berliner AK (0: 4) und der Niederlage zum Liga-Auftakt in Mönchengladbach (1:2) aus der Mannschaft geflogen ist. Auch andere hatten sich für eine Pause aufgedrängt.

Jetzt soll ausgerechnet Last-Minute-Einkauf Patrick Ochs, in Wolfsburg zuletzt nur Tribünen-Gast, den ehemaligen Nationalspieler ersetzten. Gegen Frankfurt hatte Neuzugang Stephan Schröck wirkungslos auf der rechten Außenbahn verteidigt. An seiner Transferpolitik wird sich Babbel messen lassen müssen. Auch durch Dietmar Hopp. Der Klub-Mäzen hielt sich bisher in der Öffentlichkeit sehr zurück. Bleibt der Erfolg weiter aus, dürfte sich auch das ändern.

SID

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