Viel Streit im Hintergrund

1860-Präsident Dieter Schneider hört auf

München - Präsident Dieter Schneider will sein Amt beim Zweitligisten TSV 1860 München im Frühjahr niederlegen. Hintergrund ist ein Streit um die zukünftige personelle Ausrichtung des Klubs.

Der Zweitligist TSV 1860 München steht wieder einmal vor einer Neubesetzung der Führungsetage. Präsident Dieter Schneider erklärte am Donnerstag völlig überraschend seinen baldigen Rücktritt. Der 65-Jährige wird bei der in Kürze anstehenden Wahl nicht für eine weitere Amtszeit kandidieren.

Schneider hatte das Präsidentenamt bei den Löwen am 7. Februar 2011 übernommen. In den zurückliegenden Monaten war er immer wieder vom arabischen Investor Hasan Ismaik angefeindet und stark unter Druck gesetzt worden. Ein Nachfolgekandidat für Schneider ist derzeit noch nicht bekannt.

Dieter Schneider (l.) und Investor Hasan Ismaik

„Das Thema Präsidiumsbesetzung hat inzwischen ein Niveau erreicht, das für das Ansehen des Vereins schädlich ist“, begründete Schneider seinen Rückzug. Neben der fehlenden Unterstützung durch Ismaik war wohl auch der Großteil des Aufsichtsrats vom Oberlöwen abgerückt. Die Münchner tz spekulierte daher, dass der Aufsichtsrat bereits einen Ersatz in der Hinterhand habe und Schneider einer Entmachtung zuvorgekommen sei.

Zuletzt hatte sich der Münchner Rechtsanwalt Jürgen Langer, der unter anderem den verstorbenen Manfred Amerell während der juristischen Auseinandersetzung mit Michael Kempter vertreten hatte, in Position gebracht. Langer werden aber keine Chancen eingeräumt.

Zuvor hatte der Aufsichtsratsvorsitzende Otto Steiner, dem auch ein gutes Verhältnis zu Ismaik nachgesagt wird, als potenzieller neuer Vereinsboss gegolten. Bei einem Besuch des Geldgebers in Abu Dhabi hatte Steiner dann jedoch offiziell abgesagt.

Schneider wollte während seiner Erklärung keine schmutzige Wäsche waschen und dankte Ismaik für sein Engagement bei Sechzig. „Ohne ihn hätten wir im Frühjahr 2011 Insolvenz anmelden müssen. Dies habe ich auch nie anders in der Öffentlichkeit kommuniziert.“

Schneider fügte an, dass es keine Alleingänge der Führung von Sechzig gegeben habe. „Der eher konservative Dreijahresplan, nach dem wir seit Frühjahr 2011 arbeiten, wurde in enger Zusammenarbeit und in dieser Form auf ausdrücklichen Wunsch von Herrn Ismaik unter dem Gesichtspunkt der Kostenkontrolle von der Geschäftsführung ausgearbeitet“, sagte der scheidende Präsident.

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sid

Rubriklistenbild: © dpa

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