Skispringen

Freund: Absturz am Tag nach dem Triumph

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Am Samstag durfte Severin Freund noch jubeln

Lillehammer - Skispringer Severin Freund hat einen Tag nach dem dritten Weltcup-Sieg seiner Karriere eine erneute Top-Platzierung klar verpasst.

Erst sprang Severin Freund in den siebten Himmel, dann stürzte er böse ab: An einem denkwürdigen Auftakt-Wochenende in den WM-Winter erlebte der 24-Jährige im norwegischen Lillehammer eine emotionale Berg- und Talfahrt. „Es gibt bessere Tage, und es gibt schlechtere Tage. Das Gesamtfazit ist dennoch positiv“, sagt der Niederbayer. Mit seinem dritten Weltcup-Sieg hatte Freund zunächst als erster deutscher Skispringer seit Sven Hannawald 2003 das Gelbe Trikot erobert, musste das begehrte Leibchen nach einem mageren 16. Platz am Sonntag aber an den Österreicher Thomas Morgenstern abgeben.

„Wenn man mit einem Sieg und mehr als 100 Punkten aus dem ersten Wochenende geht, hat man sich schon etwas Ordentliches ersprungen. Der schlechte Platz heute war schon meine Schuld“, sagte Freund, der auf der großen Olympia-Schanze nach dem ersten Durchgang sogar nur auf dem 27. Rang lag. Bundestrainer Werner Schuster nannte die Windverhältnisse bei seinem Vorflieger dennoch „sehr, sehr unglücklich. Man sah richtig, wie er runtergefallen ist.“ Bester Deutscher beim 41. Weltcup-Sieg des Österreichers Gregor Schlierenzauer war Richard Freitag auf dem zwölften Platz.

Noch lange in Erinnerung bleiben wird umso mehr das Auftaktspringen auf der kleinen Schanze am Samstag. Auf den Tag genau zwölf Jahre nach Martin Schmitt gewann wieder ein DSV-Skispringer den Saisonstart. „Das war ein Hammer-Einstieg. Ich bin einfach nur glücklich“, jubelte der gefeierte Sieger Freund und hüpfte durch den Auslauf der Olympiaschanze. Fast noch überraschender war der fünfte Platz von Debütant Andreas Wellinger: Der 17-Jährige hatte nach dem ersten Durchgang sogar sensationell geführt.

Einen Tag später bestätigte der Shootingstar mit Platz 17, dass auch in Zukunft mit ihm zu rechnen ist. „Über seine Kaltschnäuzigkeit habe ich mich sehr gefreut. Ich hätte es schon als Erfolg gewertet, wenn er nur ein paar Punkte gesammelt hätte“, sagte Trainer Schuster. Der auch Experten zuvor unbekannte Wellinger konnte sein Glück kaum glauben. „Früher habe ich von den Springern Autogrammkarten gesammelt, heute springe ich mit ihnen in einem Team. Das ist Wahnsinn“, sagte der Schüler.

Einen guten Start in den vorolympischen Winter erwischte auch Richard Freitag mit den Plätzen elf und zwölf. Einzig Hoffnungsträger Andreas Wank erlebte ein rabenschwarzes Wochenende. Zunächst verpasste der Sommer-Grand-Prix-Sieger aus Oberhof den zweiten Durchgang, einen Tag später wurde er ein Opfer der neuen Anzug-Regel und wegen zu weiter Sportkleidung disqualifiziert.

„Ich muss zur Zeit ein bisschen auf mein Gewicht achten und habe heute etwas weniger gegessen. Da war der Bauch um einen Zentimeter enger und der Anzug um ein, zwei Zentimeter zu weit“, sagte der 24-Jährige. Seit diesem Winter dürfen zwischen Haut und Stoff nur noch zwei statt sechs Zentimeter Luft liegen. Schon am Freitag hatte es den Österreicher Andreas Kofler erwischt, das Austria-Team verpasste nach der Disqualifikation des zweimaligen Team-Olympiasiegers den zweiten Durchgang.

Vierschanzentournee-Gewinner Schlierenzauer setzte derweil mit seinem Erfolg auf der Großschanze seine unglaubliche Rekordjagd auf den viermaligen Olympiasieger Matti Nykänen fort. Der Finne holte in seiner Karriere bislang unerreichte 46 Weltcup-Siege. Der erst 22 Jahre alte Schlierenzauer sorgte zudem für den 100. Sieg seines Trainer Alexandrer Pointner.

Am Ende des Wochenendes waren die Österreicher dann auch im Gesamtweltcup wieder ganz vorne: Morgenstern führt mit 142 Punkten vor Schlierenzauer (132) und Fannemel (120). Bester Deutscher ist Freund (115) auf Platz vier, Wellinger (59) und Freitag (46) folgen auf den Plätzen acht und 13.

sid

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