"Kräfte sind am Ende"

Deutsche Kombinierer laufen am Podest vorbei

+
Johannes Rydzek wurde Siebter.

Falun/Köln - Den deutschen Kombinations-Assen Eric Frenzel und Johannes Rydzek ist im Saisonfinale die Puste ausgegangen.

Nach zuletzt vier Weltcupsiegen durch Olympiasieger Frenzel und drei durch „Kronprinz“ Rydzek verpasste das Erfolgs-Duo im schwedischen Falun das Podium. „Die Luft war einfach raus“, meinte Frenzel nach seinem vierten Rang in der ARD, während der siebtplatzierte Rydzek erkannte: „Meine Kräfte sind am Ende.“

Frenzel, der drei Kilometer vor dem Ziel vom späteren Sieger Akito Watabe aus Japan abgehängt worden war, hatte im WM-Ort von 2015 dennoch Grund zur Freude: Seit Ende Februar stand er als Gesamtweltcup-Sieger fest, in Falun erhielt er seine zweite große Kristallkugel. Senkrechtstarter Rydzek war nach seinem Hattrick in Lahti, Trondheim und Oslo Platz zwei nicht mehr zu nehmen gewesen.

Bundestrainer Hermann Weinbuch durfte deswegen auch ein durchweg positives Saisonfazit ziehen: „Wir haben ein super Jahr gehabt. Bei Olympia waren wir topfit, haben zwölf Weltcups gewonnen. Wenn wir jetzt noch die Nationenwertung holen, ist es perfekt.“ Um die geht es am Sonntag (12.00 Uhr Springen/14.45 Uhr Langlauf) im abschließenden Teamwettbewerb, Deutschland hat gut 100 Punkte Vorsprung.

Einzelwettbewerb vorgezogen

Die Mannschafts-Konkurrenz war ursprünglich für Samstag geplant gewesen. Nachdem aber das Teamspringen wegen starker Winde abgesagt werden musste, änderten die Organisatoren das Programm. Der für Sonntag geplante Einzelwettbewerb wurde vorgezogen, da es mit dem provisorischen Sprung-Durchgang vom Freitag eine Startgrundlage gab.

Demnach ging Frenzel als Erster mit zwei Sekunden Vorsprung auf Watabe in die Loipe, Rydzek startete als Siebter 21 Sekunden nach Frenzel. Nicht dabei war der Olympiadritte Fabian Rießle, der in der provisorischen Runde nur Platz 61 belegte - lediglich die besten 50 sind zum Langlauf zugelassen.

Frenzel bildete wie bei seinem Olympiasieg in Sotschi mit Watabe ein Gespann, das bis Kilometer sieben die Verfolger um Rydzek in Schach hielt. Dann konnte Frenzel dem Japaner nicht mehr folgen - nach seiner Virusuinfektion von Sotschi hat der 25-Jährige noch nicht zur gewohnten läuferischen Stärke zurückgefunden.

Während Watabe zu seinem ersten Saisonsieg marschierte, wurde Frenzel noch von Olympiasieger Jörgen Graabak (Norwegen) und dem Italiener Alessandro Pittin geschluckt - diese hatten zuvor Rydzek abgehängt.

Am Sonntagabend starten die „Kombis“ in die ersehnten Ferien. Frenzel will „zuhause bei der Familie erst mal alles verarbeiten“, Rydzek „die Beine hochlegen und endlich etwas anderes machen“.

Bundestrainer Weinbuch wird sich hingegen Gedanken über seine Zukunft machen: „Ich habe vom Verband das Angebot bekommen, bis Olympia 2018 weiterzumachen. Das muss ich jetzt mit meiner Familie besprechen.“ Lust habe er schon: „Es macht ja schließlich eine Menge Spaß mit diesem Team.

sid

DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN

Kommentare