Flensburg gewinnt Europacup

Flensburg - Handball-Bundesligist SG Flensburg-Handewitt hat den Europacup der Pokalsieger gewonnen.

Die Spieler tanzten ausgelassen übers Pakett, die Fans jubelten ihren Helden frenetisch zu: Als der Schlusspfiff in der ausverkauften Flensburger Campushalle ertönte und die titellose Durstrecke beendet war, brachen in der „Hölle Nord“ alle Dämme. Der „ewige Zweite“, die SG Flensburg-Handewitt, gewann das Rückspiel im deutschen Finale des Europapokals der Pokalsieger gegen den Bundesliga-Konkurrenten und Titelverteidiger VfL Gummersbach am Freitagabend mit 32:28 (16:11) und feierte den ersten Titelgewinn nach sieben Jahren. Bereits das Hinspiel hatten die Flensburger, die den Cup nach 2001 zum zweiten Mal an die Förde holten, mit 34:33 für sich entschieden.

Mann des Abends vor 6300 Zuschauern war Torhüter Mattias Andersson, der die Gummersbacher Angreifer mit seinen insgesamt 21 Paraden immer wieder zur Verzweiflung trieb. Bester Torschütze der SG war Petar Djordjic mit acht Treffern, für Altmeister Gummersbach traf Kentin Mahe am häufigsten (9).

Als bislang letzten Titel hatten sich die Flensburger, die sich als designierter Vizemeister in der laufenden Saison bereits die Champions-League-Qualifikation gesichert haben, vor sieben Jahren den DHB-Pokal geholt. Der VfL musste dagegen seinen Traum vom vierten Europacup-Sieg hintereinander begraben. Gummersbach hatte 2009 den EHF-Pokal gewonnen und in den folgenden beiden Jahren den Pokalsieger-Cup.

Der Flensburger Erfolg war auch in zweiter Hinsicht historisch: So wird die SG als letzter Sieger in die Geschichte des Pokalsieger-Wwettbewerbs eingehen. Ab der kommenden Saison werden der jetzige EHF-Cup und der Pokalsieger-Cup zum neu gegründeten EHF Europa Pokal.

Zudem bestätigten die Flensburger mit ihrem insgesamt vierten Europapokalsieg die Vormachtstellung deutscher Teams auf internationalen Parkett. Bereits am Donnerstag hatte sich Frisch Auf Göppingen den EHF-Cup durch einen souveränen 34:28-Erfolg gegen Dünkirchen gesichert. Am Wochenende können der THW Kiel oder die Füchse Berlin, die im Halbfinale der Champions League am Samstag (15.15 Uhr/Eurosport) aufeinander treffen, den totalen Triumph perfekt machen.

Die Gastgeber erwischten bei ihrem Unternehmen „Titelgewinn“ allerdings einen denkbar schlechten Start. Weil vorne die Chancen zu leichtfertig vergeben wurden, führte zunächst der Titelverteidiger mit 4:2 (6.). Bevor es den SG-Fans aber richtig mulmig werden konnte, drehte vor allem der Flensburger Schlussmann auf. Andersson sorgte mit einer Reihe spektakulärer Paraden dafür, dass sein Team das Geschehen bereits ab Mitte der ersten Hälfte beim 7:4 (12.) unter Kontrolle hatte. Allein im ersten Durchgang brachte es der schwedische Nationalkeeper auf elf gehaltene Bälle.

Obwohl die Partie mit zunehmender Spieldauer immer hektischer wurde, behielten die Fördestädter kühlen Kopf und gingen mit einer völlig verdienten Fünf-Tore-Führung in die Pause.

Auch im zweiten Abschnitt erwischten die Gäste zunächst den besseren Start. Nationalspieler Adrian Pfahl, der im ersten Durchgang fast nur Fahrkarten fabriziert hatte, brachte sein Team immer wieder bis auf zwei Tore heran. Doch in einer hektischen Schlussphase hielten vor allem Andersson und Anders Eggert ihr Team auf der Siegesstraße.

dpa/SID

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