Feinschliff in Finnland

Biathleten starten in Jahr eins nach Neuner

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Neu-Biathletin Evi Sachenbacher-Stehle am Schießstand

Berlin - Start ins Traingslager für die deutschen Biathleten: Für Evi Sachenbacher-Stehle geht es um einen Weltcup-Startplatz, Miriam Gössner soll die Nachfolge von Magdalena Neuner antreten.

Dass Magdalena Neuner bei der Reise nach Muonio am Montag nicht mit im Flugzeug sitzt, ist eigentlich nichts Besonderes. Auch im Vorjahr verzichtete die Biathlon-Rekordweltmeisterin - damals allerdings noch aus gesundheitlichen Gründen - auf den Trip, um sich fernab der Teamkollegen in der Heimat auf die Saison vorzubereiten. Doch nach ihrem frühzeitigen Karriereende müssen die Skijäger nun ganz auf die Ausnahmekönnerin verzichten. Drei Wochen vor dem Saisonstart beginnt im Jahr eins nach Neuner in Finnland die heiße Vorbereitungsphase auf den Weltcup-Winter.

„Die Lücke, die Lena hinterlässt, ist riesengroß. Sie hinterlässt uns ein Riesenerbe“, sagt Miriam Gössner. Die 22-Jährige aus Garmisch soll in die Fußstapfen ihrer bisherigen Zimmerkollegin treten und an die Erfolge der zwölfmaligen Weltmeisterin anknüpfen. Nach drastischem Gewichtsverlust in Folge einer Zahnoperation will Gössner angreifen und dazu bis zum Weltcup-Auftakt am 25. November in Östersund/Schweden den Grundstein legen.

So schön und so erfolgreich: Magdalena Neuner

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200 Kilometer nördlich des Polarkreises holen sich die Athleten des Deutschen Skiverbandes (DSV) am Olostunturi, dem Hausberg von Muonio, traditionell den Feinschliff und stählen sich in der skandinavischen Dunkelheit für die harte Saison. „Ich liebe es, wenn es so lange dunkel ist“, sagt Gössner: „Angst, dass ich den Durchblick verliere, habe ich nicht.“

In Ausscheidungswettkämpfen soll über die endgültige Besetzung für die ersten Rennen entschieden werden. Gesetzt sind die zweimalige Olympiasiegerin Andrea Henkel (Großbreitenbach) und Staffel-Weltmeisterin Tina Bachmann (Schmiedeberg). „Nur weil ich einen Startplatz bei den Weltcups garantiert habe, heißt das nicht, dass ich mich gehen lasse. Von Entspannung kann keine Rede sein“, sagt Henkel. Im Herrenteam haben Arnd Peiffer (Clausthal-Zellerfeld) und Andreas Birnbacher (Schleching) das Ticket sicher.

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Diesen Status muss sich die zweimalige Langlauf-Olympiasiegerin Evi Sachenbacher-Stehle noch erarbeiten. Nach ihrem Wechsel zu den Skijägern sind einzelne Weltcup-Starts das Ziel, Druck macht sich die 31-Jährige aus Reit im Winkl jedoch nicht. „Ich glaube, ich bin schon ganz gut dabei“, sagt Sachenbacher-Stehle: „Am besten mache ich mir gar keine Gedanken, was andere denken oder für Ziele haben. ` Auch der Saisonhöhepunkt, die WM im tschechischen Nove Mesto (7. bis 17. Februar 2013), sei noch weit weg.

Nach der goldenen Zeit mit Sympathieträgerin Neuner erlebte der Biathlon-Boom bei der Heim-WM in Ruhpolding im März den bisherigen Höhepunkt. Doch auch nach dem Ausscheiden der Wallgauerin sollen die Erfolgserlebnisse nicht enden. `Vielleicht muss man etwas kleinere Brötchen backen“, sagt DSV-Sportdirektor Thomas Pfüller: „Man kann so eine außergewöhnliche Sportlerin nicht einfach so ersetzen.“ Das sieht auch Gössner so: „Aber ich denke, dass wir das zusammen als Mannschaft schaffen können.“

SID

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