Fall Sinkewitz: Schwere Vorwürfe gegen NADA

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Patrik Sinkewitz

Köln - Die Nationale Anti Doping Agentur (NADA) sieht sich im Fall des positiv getesteten Radsportlers Patrik Sinkewitz schweren Vorwürfen ausgesetzt.

Einem Bericht der Süddeutschen Zeitung zufolge kommt die NADA einer Bitte Sinkewitz' nicht nach, dessen positiv auf das Wachstumshormon HGH getestete Proben erneut mit einem verbesserten Verfahren kontrollieren zu lassen.

„Am 27. Juli habe ich die NADA schriftlich zu einer Nachanalyse aufgefordert. Ich habe bis heute keine Antwort darauf bekommen“, sagte Sinkewitz' Anwalt Rainer Cherkeh dem SID. Er habe der NADA eine Nachfrist bis zum kommenden Montag gestellt. Die Welt-Anti-Doping-Agentur hatte kurz vor dem Beginn der Olympischen Spiele angekündigt, dass in London ein stark verbessertes HGH-Testverfahren zum Einsatz käme.

Überdies wirft Cherkeh der NADA im Hinblick auf das anstehende Verfahren vor dem Internationalen Sportgerichtshof CAS in Lausanne Kostentreiberei vor. Um Sinkewitz unter finanziellen Druck zu setzen, bestehe die NADA darauf, das Verfahren in Englisch zu führen. Die NADA wollte auf SID-Anfrage mit Verweis auf das laufende Verfahrung zu den Vorwürfen keine Stellungnahme abgeben.

Sinkewitz, der in dem aktuellen Fall vom deutschen Sport-Schiedsgericht DIS freigesprochen wurde, war bereits am 8. Juni 2007 positiv auf Testosteron getestet worden. Der Fall, der während der Tour de France publik wurde, hatte seinerzeit für große Aufregung gesorgt. Die öffentlich-rechtlichen Fernsehsender zogen sich daraufhin mit sofortiger Wirkung aus der umfassenden Live-Berichterstattung zurück. In der Folge trat Sinkewitz als Kronzeuge auf und galt danach in der Radsportszene als Nestbeschmutzer. Im Februar 2011 wurde er während eines zweitklassigen Rennens in Lugano positiv auf das Wachstumshormon HGH getestet. Sein Fall hat die Substanz betreffend Präzedenzcharakter.

sid

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