Erstmals seit fünf Jahren: Neureuther im Super-G

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Felix Neureuther

Lenzerheide - Fünf Jahre nach seinem letzten Super-G im Weltcup setzt Felix Neureuther beim Saison-Finale im Kampf um Platz drei des Gesamtweltcups auf einen zusätzlichen Start in dieser Disziplin.

Maria Höfl-Riesch lässt auf ein gutes Finale hoffen, Felix Neureuther geht zum Saison-Ausklang noch einmal Risiko. Während die 28-Jährige am Dienstag im letzten Abfahrtstraining in Lenzerheide Bestzeit fuhr, gab Teamkollege Neureuther seinen Plan für die Aufholjagd im Gesamtweltcup bekannt. 74 Punkte fehlen dem Skirennfahrer vom SC Partenkirchen auf Rang drei. Und um den Amerikaner Ted Ligety noch einzufangen, schnallt sich Neureuther erstmals seit fünf Jahren wieder die langen Bretter für einen Weltcup-Super-G unter die Füße.

„Die Form stimmt nach wie vor und ich freue mich, neben meinen beiden Paradedisziplinen auch im Super-G an den Start gehen zu können“, sagte der Technik-Spezialist, der Speedrennen zuletzt nur im Rahmen von Kombinations-Wettkämpfen gefahren war - und auch das letztmals 2011. Letzter Deutscher Top-3-Fahrer in der Gesamtwertung war Markus Wasmeier 1987.

Während Neureuther im Slalom mit 4:0 Podestplätzen wesentlich stärker ist, hat Super-G-Weltmeister Ligety auch im Riesenslalom in Normalform deutliche Vorteile. Ohne Patzer des dreifachen Goldmedaillengewinners von Schladming wird der Deutsche den dritten Platz also nicht zurückerobern können. Im Rennen um die Große Kristallkugel sind beide zu weit zurück. Diese Entscheidung fällt zwischen dem Führenden Marcel Hirscher aus Österreich (1375 Punkte) und Aksel Lund Svindal aus Norwegen (1226).

Eine herausragend starke Saison ist es für Neureuther aber so oder so. Silber im Slalom bei der WM, zwei Weltcup-Siege, sechs Podestplätze - wie viel Spaß der 28-Jährige in diesem Winter hatte, dokumentieren nicht nur die harten Fakten, sondern auch zahlreiche lustige Bilder und Videos auf seinem Facebook-Profil.

Höfl-Riesch dagegen musste ihren Fans in den sozialen Netzwerken zuletzt wieder häufiger erklären, warum es im Rennen nicht optimal gelaufen ist. In Ofterschwang schied die Doppel-Olympiasiegerin zum sechsten Mal in dieser Saison aus, in keinem der vergangenen drei Spezial-Slaloms erreichte sie das Ziel. Die Folge: Platz zwei hinter der bereits feststehenden Gesamtweltcupsiegerin Tina Maze (Slowenien) ist plötzlich wieder in Gefahr.

„Die Anna Fenninger mit ihrer Form derzeit ist mir ganz schön auf den Pelz gerückt und dass ich jetzt im Slalom so oft nicht gepunktet habe, ist auch nicht unbedingt von Vorteil“, sagte Höfl-Riesch, die vor den abschließenden vier Rennen noch einen Puffer von 81 Punkten hat. „Dementsprechend muss ich mich jetzt nochmal zusammenreißen, weil den zweiten Platz möchte ich eigentlich nicht mehr hergeben.“

Obwohl die dreifache WM-Medaillengewinnerin von Schladming im Weltcup gefühlt eine sehr durchwachsene Saison hinter sich hat, könnte sie sogar noch dafür sorgen, dass der Deutsche Skiverband das sechste Jahr in Serie mindestens eine Disziplin-Kugel bejubeln kann. Dazu müsste sie in der Abfahrt am Mittwoch (11.30 Uhr) ihre Trainingsform abrufen - und 69 Punkte mehr einfahren als Maze. Dann hätte sie die Überfliegerin der Saison in letzter Sekunde überholt und auch die in der Abfahrtswertung noch führende verletzte Amerikanerin Lindsey Vonn hinter sich gelassen.

Es wäre eine Bestätigung des Fazits, dass sie bereits nach dem Wochenende in Ofterschwang gezogen hatte. „Es war eine Saison mit Höhen und Tiefen, aber die Höhen waren zum Glück zum richtigen Zeitpunkt.“

dpa

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