Erfurter Liste: Ein Jahr Sperre für Radfahrer gefordert

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Jakob Steigmiller hofft, dass für ihn "alles gut ausgeht".

Berlin - Im Zuge der Erfurter Blutaffäre droht dem U23-Fahrer Jakob Steigmiller bei einer Verurteilung eine einjährige Dopingsperre wegen verminderter Schuldfähigkeit.

Diese Darstellung des 22 Jahre alten Radsportlers aus einem Interview des Internetportals “Radsport-News“ bestätigte am Freitag dessen Manager Jörg Werner. Steigmiller ist neben der Eisschnellläuferin Judith Hesse einer von bisher zwei Sportlern, gegen die ein Doping-Verfahren bei der Nationalen Anti-Doping-Agentur NADA läuft. Am Olympia-Stützpunkt Erfurt war ihr Blut vom damaligen Verbandsarzt Andreas Franke mit UV-Strahlen behandel worden.

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Der Zweite der U23-Thüringen-Rundfahrt habe sich zusammen mit Judith Hesse einen Anwalt genommen und sei zuversichtlich, “dass alles gut für mich ausgehen wird“, sagte Steigmiller. “Wenn man die Verbotsliste der WADA genauer studiert, dann sieht man, dass das, was bei mir gemacht wurde, explizit erst seit Anfang 2012 verboten ist“, erklärte er weiter. Nach dem von ihm erwarteten Freispruch wolle er Radprofi werden, bei einem Schuldspruch hingegen seine Radsport-Karriere beenden und studieren.

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Der Fahrer des Thüringer Energie-Teams schilderte die Behandlung in Erfurt: “Anfang 2011 war ich einige Male bei ihm, an drei Terminen wurden UV-Behandlungen vorgenommen. Der Grund waren Infekte, die ich mir geholt hatte, wohl in Folge einer Nasennebenhöhlen-Entzündung, weshalb ich auch Ende 2010 operiert werden musste.“ Er sei aber “skeptisch“ gewesen. Franke habe ihm aber gesagt, alles sei völlig legal. Die Methode habe dazu geführt, dass er schnell wieder trainieren konnte, obwohl er sich vor der Behandlung “kränklich“ gefühlt habe.

dpa

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