Erfolgsstory Schalke-Biathlon - Henkel "bereit"

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Andrea Henkel.

Gelsenkirchen - Der Schalke-Biathlon bleibt für die Veranstalter eine Erfolgsstory, die deutschen Paare konnten bei der Show allerdings nicht überzeugen. Andrea Henkel und Co. fiebern jetzt den kommenden Weltcup-Rennen und der WM entgegen.

Andrea Henkel mochte sich den Frust über das deutlich verpasste Siegerpodest beim Biathlon im Schnee von Schalke nicht anmerken lassen und nahm lieber die kommenden Aufgaben ins Visier. „Am Schießstand habe ich mich besser gefühlt als vor einem Monat, ich bin bereit für 2012“, sagte Henkel. Bei der 10. Auflage der World Team Challenge (WTC) in Gelsenkirchen war sie an der Seite von Michael Greis zwar nicht über den sechsten Platz hinaus gekommen, unmittelbar vor dem Jahreswechsel überwog aber die Zuversicht. „Schalke ist für alle Biathleten ein echtes Vergnügen, Priorität hat diese Saison aber die WM in Ruhpolding“, meinte Greis.

Kaisa Mäkäräinen wollte Greis nicht widersprechen. Gemeinsam mit ihrem schwedischen Partner Carl Johan Bergman nahm die Finnin aber die üppige Siegprämie in Höhe von 28 000 Euro sowie je einen Kleinwagen gerne mit. „Die Atmosphäre in Gelsenkirchen ist unglaublich, die Fans feuern dich unentwegt an“, sagte Bergman. Wie ihre deutschen Kollegen werteten auch Mäkäräinen und Bergman die mit 156 000 Euro dotierte Show-Veranstaltung als ideale Vorbereitung auf den nächsten Weltcup in Oberhof (4. bis 8. Januar) und die Weltmeisterschaft in Ruhpolding (29. Februar bis 11. März). „2012 kann kommen, ich fühle mich gut und nehme die Begeisterung aus Gelsenkirchen als Ansporn mit in das nächste Jahr“, sagte Mäkäräinen.

Über 40 000 Zuschauer hatten am Donnerstag im Stadion des Fußball-Bundesligisten Schalke 04 wieder für eine herausragende Wintersport-Atmosphäre gesorgt und den spannenden Wettkampf begeistert begleitet. „Der Biathlon in Gelsenkirchen ist längst eine ganz starke Erfolgsstory. Keine andere Biathlon-Veranstaltung hat an einem Tag eine so große Resonanz“, sagte Chef-Organisator Herbert Fritzenwenger, der die WTC 2002 ins Leben gerufen hatte. Damals sei er für seine Idee als „wahnsinnig“ bezeichnet worden. „Heute sehen wir, dass das Konzept mitten im Ruhrpott aufgegangen ist“, erklärte Fritzenwenger. Mäkäräinen und Bergman nahm er sogleich das Versprechen ab, 2012 die Titelverteidigung anzustreben.

Zuvor will Mäkäräinen ihrer deutschen Rivalin Magdalena Neuner die Führung im Gesamt-Weltcup streitig machen. Neuner hatte das Event im Ruhrgebiet, bei dem keine Weltcup-Punkte vergeben werden, erneut ausgelassen. Auch der gesamte norwegische Nationalkader fehlte in Gelsenkirchen. Franziska Hildebrand und Andreas Birnbacher mussten sich als zweites deutsches Paar mit dem siebten Platz begnügen.

Rein sportlich wurde somit ausgerechnet die Jubiläumsauflage für die deutschen Biathleten ein Desaster. Bei den vorherigen neun Auflagen erreichte mindestens ein deutscher Vertreter die Top Fünf, meist waren die Athleten der Gastgeber auf dem Siegerpodest. „Diesmal haben wir uns von der Hektik anstecken lassen und zu viele Fehler gemacht. Mehr war nicht drin“, meinte Henkel, die im Gesamt-Weltcup den siebten Platz belegt. Viel wichtiger sei für sie ohnehin das Fazit, das für die „auf“ Schalke aktiven Biathleten allgemeiner Tenor ist: „Hauptsache es hat Spaß gemacht.“

dpa

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