Endspiel in der grünen Hölle" für Nowitzki & Co.

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Jubel bei Dirk Nowitzki. Dank des Sieges über die Türkei hat die deutsche Basketball-Nationalmannschaft noch die Chance auf das Viertelfinale.

Wilna - Allein gegen alle, alles oder nichts: Auf die deutschen Basketballer wartet bei der Europameisterschaft ein ganz heißer Tanz im Kampf um das Ticket für das Viertelfinale.

Im „Endspiel“ um das Viertelfinalticket muss das Team um Dirk Nowitzki in aufgeheizter Atmosphäre gegen Gastgeber Litauen bestehen. In der ausverkauften Arena von Wilna werden die rund 11. 000 Fans am Sonntag (20.00 Uhr/Sport1) einmal mehr ohrenbetäubenden Lärm machen.

„Es wird ein Hexenkessel. Da macht es besonders viel Spaß zu gewinnen“, sagt Dirk Bauermann voller Vorfreude. Ein Rezept für den dringend benötigten Sieg gegen den dreimaligen Europameister hat sich der Bundestrainer schon zurechtgelegt. „Man muss einen guten Start haben, um die Zuschauer aus dem Spiel zu nehmen. Auch um dem Selbstvertrauen des Gegners zu schaden“, so Bauermann: „Man muss ihnen auf den Füßen stehen, man darf sie nicht ins Laufen kommen lassen.“

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Es wird nicht leicht werden, bei der bedrohlichen Kulisse kühlen Kopf zu bewahren. Denn die fast alle in grün gekleideten Fans stehen 40 Minuten lang wie ein Mann hinter ihrem Team. Lediglich bei Punkten des Gegners ist es für einen Moment mucksmäuschenstill. 111 Dezibel wurden am Freitag beim höchsten Ausschlag in der Halle gemessen, als es wie bei jedem Ballbesitz Pfiffe für die Franzosen hagelte. Das entspricht in etwa dem Lärm, den ein Presslufthammer verursacht, und ist ungesund. Ein Düsenflugzeug kommt auf einen Wert von 130.

Der Sieg über die Türkei in Bildern

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Frankreich hat gezeigt, dass man trotz der einschüchternden Kulisse in der „grünen Hölle“ bestehen kann, Tony Parker und Co. gelang dank einer abgebrühten Vorstellung ein Sieg. Dabei hatte die Equipe Tricolore schon vorher den Einzug in die Finalrunde perfekt gemacht.

Trainer Dirk Bauermann

Das deutsche Team ist davon noch weit entfernt, höchstwahrscheinlich wird gegen die Litauer ein knapper Sieg gar nicht genügen. Der reicht nur, wenn sich zuvor die Türken gegen Serbien durchsetzen. Doch damit sollte man nicht rechnen. Folglich muss die Auswahl des Deutschen Basketball Bundes (DBB) am Abend mit mindestens elf Punkten Unterschied gewinnen, um die Litauer in der Tabelle hinter sich zu lassen.

Ein Sieg allein ist schon schwer, ein hoher Sieg kaum vorstellbar. Vor allem, wenn die deutsche Mannschaft so auftritt wie gegen die Türken. Die Bauermann-Schützlinge verschliefen den Start komplett und profitierten im weiteren Spielverlauf von der Schwäche des Vizeweltmeisters. Ist das DBB-Team am Sonntag nicht von der ersten Sekunde an hellwach, dürfte die Sache ganz schnell gelaufen sein. Man muss die extrem treffsicheren Litauer frühzeitig einbremsen.

„Sie gewinnen Spiele über Emotionen und Feuerkraft“, erklärt Bauermann und warnt eindringlich vor der starken Offensive des Gegners. Aussichtslos sei die Angelegenheit aber keineswegs: „Auch die Litauer kochen nur mit Wasser.“ Es gehe darum, „dem Gastgeber zu zeigen, dass Deutschland gute Basketballer hat.“

Auf ein Spiel unter dem Motto „Win or go home“ hatte Nowitzki nach dem Türkei-Spiel gehofft, der NBA-Champion bekommt es. Sicherlich wird der Star der Dallas Mavericks zu den Spielern gehören, die sich aufgrund ihrer Erfahrung nicht von der Atmosphäre beeindrucken lassen. Chris Kaman lässt die Situation sogar völlig kalt. „Ich habe in der NBA pro Saison 41 Auswärtsspiele“, sagte der Center der Los Angeles Clippers: „11.000 Fans sind nichts.“

SID

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