Eishockey-Legende Xaver Unsinn (82) verstorben

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Xaver Unsinn ist im Alter von 82 Jahren verstorben.

Füssen - Eishockey-Legende Xaver Unsinn ist tot. Der langjährige Nationaltrainer starb im Alter von 82 Jahren in seiner Heimatstadt Füssen nach schwerer Krankheit.  

„Mr Eishockei“ ist tot. Der ehemalige Bundestrainer Xaver Unsinn starb am Mittwoch in Füssen nach schwerer Krankheit im Alter von 82 Jahren. Unsinn betreute die Nationalmannschaft in drei Phasen (1964, 1975 bis 1977, 1981 bis 1990) bei insgesamt 221 Länderspielen und gewann mit der Auswahl des Deutschen Eishockey-Bundes (DEB) beim größten Erfolg 1976 in Innsbruck sensationell Olympiabronze.

„Ich habe gestern mit seiner Frau Ilona telefoniert. Sie es mir erzählt“, sagte Deutschland Eishockeyspieler des Jahrhunderts Erich Kühnhackl dem SID am Donnerstag mit trauriger Stimme. „Auf ihn war immer Verlass, er war ehrlich und korrekt. Er hat Eishockey gelebt und gefühlt,“ führte Kühnhackl aus und lobte vor allem dessen menschliche Stärken: „Er hatte immer für jeden ein offenes Ohr.“

Xaver Unsinn, der Mann mit dem berühmten Pepita-Hut, gewann als Spieler und Trainer elf deutsche Meisterschaften, Er nahm an sechs Olympischen Spielen und zwölf Weltmeisterschaften teil. Später erhielt Unsinn das Bundesverdienstkreuz und wurde in die „Hall of Fame“ des Weltverbandes in Toronto aufgenommen.

Über sein geliebtes 'Eishockei' hatte Xaver Unsinn immer gerne und ausgiebig geredet. Vor allem ausgiebig. Schien ein Gespräch beendet, folgte plötzlich: „Das eine möchte ich noch sagen.“ So ging es weiter und weiter.

Der schnellste Mannschaftssport der Welt lag ihm eben einfach am Herzen und das auch noch lange nach seinem Abschied. Der Kontakt zu seinen einstigen Schützlingen, mit denen er Olympiabronze gewann, riss nie ab.

Alois Schloder, damals Kapitän der Mannschaft, stattete Unsinn in dessen Domizil in Hopfen am See in der Nähe von Füssen ebenso Besuche ab wie Franz Reindl, heute Sportdirektor des Deutschen Eishockey-Bundes (DEB), und Erich Kühnhackl. „Wir haben uns an seinen Geburtstagen bei ihm getroffen“, so Kühnhackl.

Doch obwohl es um den Mann mit dem berühmten Hut, der heute in der Eishockey-Ruhmeshalle in Toronto liegt, in den vergangenen Jahren ruhig geworden ist - Xaver Unsinn ist nicht nur den Puck-Fans noch immer ein Begriff. „Er ist eine markante Persönlichkeit, die über einen langen Zeitraum das deutsche Eishockey verkörpert hat“, sagte Reindl: „Wir haben ihm viel zu verdanken, er hat uns alle populär gemacht.“

In Erinnerung ist vor allem der unerwartete Triumph von Innsbruck geblieben, als der um 0,041 bessere Torquotient der deutschen Mannschaft zu Platz drei verhalf. „Glück gehört auch dazu“, hatte Unsinn im Rückblick gesagt. Für ihn stand ohnehin fest: „Ein Mensch, der kein Glück hat, kann kein Trainer werden.“

Doch auch Unsinn hatte als Bundestrainer nicht immer Glück. 1987 in Wien etwa, als sein Team nach Siegen über Finnland und Kanada die Runde der besten Vier dicht vor Augen hatte, ehe der Fall Miro Sikora den Höhenflug beendete. Gerd Truntschka und Co. bekamen am Ende zwar die Punkte wieder, doch die Mannschaft war wie gelähmt.

Oder 1990, als eine rätselhafte Krankheit seine Karriere abrupt beendete. Noch während der WM in Bern wurde er durch Erich Kühnhackl ersetzt und vom DEB nach Hause geschickt. Ein unpassender Abschied für einen, der als Spieler und Trainer große Erfolge errang. Später wurde Unsinn, 1953 als Spieler Vize-Weltmeister, vom Verband offiziell verabschiedet.

Mit dem deutschen Eishockey hatte der „Xare“ trotz des unrühmlichen Abgangs seinen Frieden gemacht. Auch die Entwicklung in der Deutschen Eishockey Liga (DEL) sah er positiv. „Es spielen jetzt mehr Deutsche in der DEL“, sagte er vor einigen Jahren und ergänzte: „Einige haben auch den Sprung in die NHL geschafft und dort für Furore gesorgt.“ Technisch und läuferisch habe das deutsche Eishockey sich enorm weiterentwickelt, „einen großen Sprung nach vorne gemacht“.

SID

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